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Philharmoniker Depot

10.12.13 Finanzkrisen brechen nicht zufällig aus, sondern sind unvermeidlich

Als kühler, aber interessierter Beobachter geschichtlicher Entwicklungen und der Investmentmärkte bin ich fasziniert davon, wie bedeutende Ereignisse, die sich aus langfristigen Trends entwickeln, oftmals mit irgendwelchen kurzfristigen Auslösern begründet werden. Der Erste Weltkrieg wurde als Folge der Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand, dem Erbfolger des österreichisch-ungarischen Throns, hingestellt; die Depression in den 30er Jahren wurde mit geldpolitischen Straffungsmaßnahmen der US-Notenbank erklärt; der Zweite Weltkrieg ist von Adolf Hitler ausgelöst worden und der Vietnamkrieg war ein Ergebnis der kommunistischen Bedrohung.

Genauso wird die Disinflation, die nach 1980 folgte, den geldpolitischen Straffungsmaßnahmen von Paul Volcker zugeschrieben. Für den Aktienmarktcrash von 1987 wurden Portfolioversicherungen verantwortlich gemacht und die Asienkrise und der Aktienmarktcrash von 1997 seien Ausländern zuzuschreiben, die den Thailändischen Baht (die Währung Thailands) angegriffen haben. Eine genauere Analyse all dieser Ereignisse zeigt jedoch, dass ihre Ursachen weit komplexer waren und in all diesen Fällen eine Art von„Unvermeidlichkeit“ im Spiel war.

Nehmen wir den Aktienmarktcrash von 1987. Im Sommer 1987 war der Aktienmarkt bereits extrem überkauft. Eine Korrektur war so oder so fällig, ganz gleich, wie rosig die Zukunft auch immer aussehen mochte. Vom Hoch im August 1987 bis zum Tief im Oktober 1987 ging der Dow Jones um 41% zurück. Und wir wissen ja alle, dass der Dow Jones daraufhin 20 Jahre lang gestiegen ist und im Oktober 2007 auf ein Hoch von 14.198 Punkten kletterte.

Diese Kursschwünge erinnern uns daran, dass es innerhalb langfristiger Trends riesige Korrekturen geben kann. Die Asienkrise von 1997 bis 1998 ist ebenfalls interessant, weil sie einsetzte, nachdem die makroökonomischen Fundamentaldaten Asiens schon lange vorher damit begonnen hatten, sich einzutrüben. Und es war auch nicht sonderlich überraschend, dass die fortwährend optimistischen asiatischen Analysten, Fonds-Manager und Strategen bezüglich der asiatischen Märkte bis zum Einsetzen der Katastrophe im Jahr 1997 positiv gestimmt blieben.

Doch bereits einem beiläufigen Beobachter hätte klar sein müssen, dass hier etwas nicht stimmte. Der Nikkei-Index und der taiwanesische Aktienmarkt bildeten 1990 ihre Hochs aus und wiesen danach einen Abwärts- bzw. Seitwärtstrend auf. Die meisten anderen asiatischen Märkte bildeten 1994 ihr Hoch aus. Fakt ist, dass der thailändische SET-Index bereits 60% unter seinem Hoch von 1994 notierte, als die Asienkrise dafür sorgte, dass der Thailändische Baht innerhalb weniger Monate um 50% abstürzte. Dadurch wachten die überzuversichtlichen perma-bullischen Analysten und die Medien aus ihren selbstgefälligen Schlaf auf.

Ich stimme dem verstorbenen Charles Kindleberger zu, der anmerkte, dass „Finanzkrisen mit den Hochs von Wirtschaftszyklen in Zusammenhang stehen“ und eine Finanzkrise „der Höhepunkt einer Wachstumsphase ist und zu einem Abschwung führt.“ Ich stimme aber auch J.R. Hicks zu, der behauptet, dass eine „richtig katastrophale Depression“ dann wahrscheinlich ist, „wenn es eine tiefgreifende geldpolitische Instabilität gibt – wenn die Fäulnis des Geldsystems sehr weit reicht.“ .................................

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Quelle: Propagandafront.de

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