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Philharmoniker Depot

10.12.13 Eurokrise – Deflation als unterschätzte Gefahr

Erinnern Sie sich? Am Donnerstag war es ja Mario Draghi höchstpersönlich, der die Gefahr einer Deflation in der Euro-Zone verneinte. Ein berühmter US-Ökonom, der Berkeley-Professor Eichengreen, sagt nun das genaue Gegenteil.

Deflations-Problem in Europa?

Die Europäer haben ein Problem mit der Deflation - und die EZB verkennt die Gefahr", so Prof. Eichengreen im Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Ferner rät der US-Ökonom der Europäischen Zentralbank zu einer Art "Quantitative Easing", also einem Anleihenkaufprogramm nach dem Modell der US-Notenbank Fed. Die meisten Prognosen über die Erholung in der Eurorzone seien zu optimistisch, warnt der Berkeley-Professor.

2014 - Problemjahr für Europa

Interessant auch, dass Mr Eichengreen für 2014 eher pessimistisch gestimmt ist. Sie erinnern sich? Der Verfasser dieser Zeilen ist ja für 2014 äußerst pessimistisch gestimmt. Wie auch immer, auch Eichengreen sieht im kommenden Jahr viele Probleme auf Europa zukommen. Als Beispiele nennt er die Schwierigkeiten bei der Schaffung einer sog. Bankenunion und auch die politische Krise in Griechenland werde wieder mehr in den focus geraten.

Senkung des Leitzinses verpufft

Eichengreen kritisiert die bisherige Krisenpolitik der EZB als zu zaghaft. Die Senkung der Leitzinsen auf das historische Rekordtief von 0,25 Prozent habe viel zu wenig gebracht. Folglich rät Eichengreen der EZB, den Kampf gegen die Deflation zu forcieren. Er schlägt insofern ein Anleihenkaufprogramm kombiniert mit zweckgebundenen Bankkrediten vor. Dies wurde ja erst jüngst in der Sitzung des EZB-Rats diskutiert.

Deflation in Griechenland

Apropos Deflation, erst gestern gab es insofern Neuigkeiten aus Griechenland. Die Depression kommt nun auch voll in den offiziell zugegebenen Preisstatistiken an. Die Verbraucherpreise befinden sich parallel zu den Löhnen und der Wirtschaftsleistung im freien Fall. Waren und Dienstleistungen verbilligten sich im November 2013 um durchschnittlich 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Einen stärkeren Rückgang hat es seit Beginn der Datenerhebung 1960 noch nicht gegeben, teilte das Statistikamt am Montag in Athen mit. Im Oktober hatte das Minus noch bei 2,0 Prozent gelegen.

Fakt ist nun mal, dass angesichts der extremen Wirtschaftskrise in Griechenland Unternehmen und öffentlicher Dienst die Löhne und Gehälter massiv gekürzt haben. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote mit rund 27 Prozent so hoch wie noch nie. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 50 Prozent. Wenig verwunderlich also, dass sich in dem Umfeld auch die Preise an die neuen Gegebenheiten" nach unten anpassen.

Einzig verwunderlich, dass die Preise nur um knappe drei Prozent fallen. Angesichts der Schärfe der Krise würde es wenig überraschen, wenn es am Ende nicht doch noch einen kräftigeren Schub geben würde. Und zwar nach unten.

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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