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Philharmoniker Depot

17.12.13 Eurokrise – Ernste Warnung vor sozialen Unruhen in Italien

von Mr N. N. ...Oh oh oh - in den Vortagen ging es ja allen voran um das große Krisenland Frankreich. Hier stand insbesondere der Vergleich mit dem vermeintlich sicheren und stabilen Hafen Deutschland im Vordergrund. Aber nicht nur die Franzosen gelten als extrem krisenanfällig. Heute geht der Blick gen Süden, und zwar zum Krisengorilla Italien.

Italien vor sozialen Unruhen?

Und während in Deutschland massenmedial die Bildung der neue Bundesregierung ganz oben auf der agenda steht, gärt und brodelt es gewaltig in bella Italia". Ob sich Mario Draghi wohl auch Sorgen um die Lage in seinem Heimatland macht? Gut möglich. Mittlerweile weiten sich die Proteste aus der Mitte der Bevölkerung landesweit dramatisch aus. Bisweilen bleibt es in den Großstädten des Landes nicht mehr friedlich. Erstaunlich, wie wenig die Staatsmedien der Bundesrepublik über die sich zuspitzende Lage in Italien berichten.

Proteste der Mistgabelbewegung"

Fakt ist indes, dass sich die Proteste der sog. Mistgabel"-Bewegung dramatisch ausweiten. Arbeitslose, Bauern, Fernfahrer, Studenten - eine bunte Mischung aus der Mitte der Bevölkerung geht auf die Straße. Gestern kam es bei einer Studentendemonstration in Mailand zu Straßenschlachten mit der Polizei. Studenten belagerten das Gebäude des Regionalparlaments der Lombardei und warfen Eier und Farbe an die Fassade des Pirelli-Hochhauses.

Bekommen die Politiker Angst?

Indes vermeldete am gestrigen Abend der Österreichische Rundfunk (ORF), dass der Staatspräsident Italiens höchstpersönlich, Giorgio Napolitano, vor sozialen Unruhen im Land gewarnt hat. In den Medien der Bundesrepublik war davon nichts zu lesen. Die Gefahr, dass es wegen der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Situation zu gewaltsamen Revolten im Land komme, sei konkret, warnte Napolitano bei einer vorweihnachtlichen Feier mit den höchsten Vertretern der staatlichen Institutionen in Rom. Das Staatsoberhaupt drängte auf tiefgreifende politische und wirtschaftliche Reformen. Wichtig seien auch soziale Maßnahmen, um jene Personen zu unterstützen, die am stärksten von der Krise betroffen seien. Außerdem müsse Italien die Korruption aktiver bekämpfen.

Appell an Berlusconi

Napolitano richtete ferner einen Appell an die Mitte-rechts-Partei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, die vor drei Wochen aus der Regierungskoalition ausgetreten und in die Opposition gegangen ist, sich aktiv für Reformen einzusetzen. Der Präsident kritisierte Berlusconis Appell für eine vorgezogene Parlamentswahl im Mai, die seiner Meinung nach mit den Europawahlen zusammenfallen sollte. Politische Stabilität sei in Italien besonders wichtig, so Napolitano.

Soziale Stabilität in größter Gefahr

Aber nicht nur die politische Stabilität ist in großer Gefahr. Fakt ist, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Italien in diesem Herbst laut Neuer Zürcher Zeitung auf sage und schreibe 40 Prozent gestiegen ist. Die italienische Statistik-Behörde hat ermittelt, dass im dritten Quartal 3,77 Millionen der italienischen Jugendlichen zwischen 15 und 34 Jahren keine Ausbildung absolvieren, nicht studieren und auch nicht arbeiten.

Wehe, wehe, wenn der klamme Staat dieser verlorenen Generation auch noch die letzten finanziellen Transfers streichen muss.

In der Tat, Italien gleicht einem sozialen Pulverfass...

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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