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Philharmoniker Depot

13.03.15 Die Ukraine, das Sarajewo unserer Zeit und die Konsequenzen für die Finanzmärkte. 4) Silber

Die Geschichte des Silbers ist sehr anders als die des Goldes, obwohl es die gleiche Funktion hat als physisches Tauschmittel. Die Story startet mit der Gründung der Bank von England 1694, die mit ähnlichen Schummeleien zustande kam das Fed 1913 und wahrscheinlich andere Notenbanken.

1774 limitierte in England ein Gesetz Silber als gesetzliches Zahlungsmittel nur bis 25 £.
1816 nach den Napoleonischen Kriegen wurde Silber gänzlich aus dem englischen Geldsystem geworfen.
1873, nachdem Frankreich den Krieg 1870/71 gegen Preussen verlor und 5 Milliarden Französische Franken in Gold Reparation leistete, die durch die Verhandlungen Bleichröders, des Finanzberaters Bismarcks zustande kamen, verkaufte Deutschland - wahrscheinlich wiederum mit dem Rat Bleichröders – alle seine Silberbestände. Bleichröder mit seinen Beziehungen zu den Rothschilds in London war auch der Mann, der Bismarck die Kriegfinanzierungen organisierte (siehe Geopolitik). Von hier an begann das Gold-Silber-Verhältnis zu steigen (Grafik 31) und vor allem kamen alle andern Länder mit einem fixen Gold-Silber Verhältnis unter Druck, dieses Aufzulösen, was den Druck auf den Silberpreis noch mehr erhöhte.
1874 limitierte ein Gesetz in USA Silber als gesetzliches Zahlungsmittel nur bis 5 $US, was damals schon verfassugswidrig war.

So schloss ein Land nach dem andern Silber aus dem Geldsystem aus. Am Schluss folgte dann noch die Lateinische Münzunion, die in den 1920er Jahren aufgelöst wurde. Silber wurde Ware und nicht mehr Zahlungsmittel. Somit sank sein Wert und der Bedarf. Es wurde weniger gefördert und in der industriellen Anwendung mehr und mehr verbraucht. Von den je geförderten ca. 1,5 Mio (Grafik 32) Tonnen sind vielleicht noch 45'000 ( 1,5 Mrd Unzen) Tonnen in Münz- und Barrenform vorhanden. Machen wir die gleiche Rechnung wie mit dem Gold und den weltweiten Schulden von 200'000 Milliarden US$. Diese 1,5 Mrd Unzen zu 16 $US haben einen Wert von 24 Mrd $US. In % dieser 200'000 sind das noch 0,012 %. Der flüssige Teil des Goldes war 0,64%. Der Silberwert ist also 53 mal kleiner. Ich darf mich um den Faktor 50 irren, und der Silberwert wäre immer noch klein. Aber es hat nicht für 1,1 Mia $ Silber auf dieser Welt, wenn nachweisbar seit 1950 (Grafik 33) ein Defizit von mehreren Tausend Tonnen pro Jahr besteht. Das ist der Treibsatz hinter dem Silberpreis und der Kernpunkt der Silberstory.

Grafik 34 zeigt die Silberbestände in ETFs und Lagerstätten. Trotz des Preisrückgangs sind die Bestände gestiegen, was beim Gold umgekehrt ist. Grafik 35 zeigt die hohe Anzahl offener Verträge (OI) im Comex ausgedrückt in Mio Unzen. Mit über 800 Mio Unzen ist das mehr als eine Jahresproduktion von ca. 750 Mio Unzen. Teilweise können das sicher Absicherungspositionen von Haltern physischer Bestände sein. Über den Comex laufen aber auch die Interventionen, weil die Notenbanken kein Silber mehr haben. Short-Positionen führen zu Eindeckungen mit Preisexzessen, wie das sehr deutlich 1979 zu sehen ist, als das OI massiv fiel, weil die shorts eindeckten und gleichzeitig stieg der Preis massiv. Ähnliches ist vor 2011 zu sehen, nur weniger exzessiv.
Während Gold die Kaufkraft für Konsumgüter gehalten hat, hat Silber über 70% an Kaufkraft (Grafik 36) verloren. Die Demonetisierung des Silbers ist bis heute gelungen. Die Remonetisierung wird auch gelingen, aber viel schneller. Silber weist die gleiche „running correction“ von 2006 bis 2014 auf wie Gold (Grafik 37) und hat die neue Bullphase wahrscheinlich am 1. Dezember 2014 schon begonnen (Grafik 38).
Grafik 39 bestätigt die extreme fundamentale Situation aus technischer Sicht. Die obere Trendlinie verläuft bei ca. 700 $US. Ein Überschiessen beim Silber ist historisch noch normaler wie beim Gold. Nimmt man ein Überschiessen des Goldes auf 15'000 $ an und unerstellt ein Gold-Silber Verhältnis von 1:10, was historisch nicht aus dem Rahmen fällt, so kommt man auf einen Silberpreis von 1'500 $US pro Unze. Der Preis in $ würde sich fast ver-100-fachen. Es tönt absurd, aber so ist die Logik. Aber man beachte, dass das erst die zweite Bullphase seit 1932 ist. Es muss dann eine sehr brutale Korrektur einsetzen.
In Grafik 39 sieht man auch sehr deutlich, dass die Bullphasen stets Lucas- Zahlen waren und die Bearphasen Fibonacci-Zahlen oder Kombinationen davon und zwar bis jetzt ohne Ausnahmen. 2014 wäre ein solches Top-Jahr in dieser Reihe gewesen, ist es aber nicht. Das nächste Soll-Jahr ist erst 2021 (2003 + 18). Panik während Jahren? Das scheint sehr unwahrscheinlich. Vielleicht ist das die erste Abweichung seit 1814.
Wie im Goldteil schon erwähnt, zeigen die projizierten Lucaszahlen (4, 7, 11, 18 etc. ) ab Dezember 2014 auf April, Juli, November 2015 und Juni 2016 hin, wobei November ebenso bei Gold vorkommt.

Grafik 31: Gold-Silber Verhältnis.

Grafik 32: Je gefördertes Silber in Tonnen.

Grafik 33: Silber Produktion und Verbrauch 1950.

Grafik 34: Silber in ETFs und Lagerstätten.

Grafik 35: Silberpreis und offene Verträge im Comex.

Grafik 36: Silber real gemessen am Schweizer Konsumentenpreis seit 1804.

Grafik 37: Silber seit dem Start des Bullmarktes 2003.

Grafik 38: Schlussphase der Silberkorrektur seit 2006.

Grafik 39: Silber seit 1720 mit Lucas (bull) und Fibonacci (Bear) Zahlen.

Die Strategie des Tell Gold & Silber Fonds.
Es ist die erklärte Strategie des Fonds, die historische Knappheit des Silbers und die dadurch erzwungene Preisexplosion mit einem mit Optionen gehebelten Portfolio auszunützen. Entscheidend ist nicht die Performance bis zum Anfang der Explosion, sondern die gute Positionierung vor der Explosion. Derzeit bestehen Options-Positionen in den März 2015 (0,05 Mio oz) und Juni 2015 (1,6 Mio Unzen). Obwohl die Optionen nur noch etwa 1 % Portfolios ausmachen, wird ein Hebel von ca. 35 erzeugt. Der Rest besteht aus physischem Gold und Silber.

© Rolf Nef
Manager Tell Gold & Silber Fonds, www.tellgold.li

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