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09.12.13 Deutsche Konjunktur im Focus – Wo bleibt der Aufschwung?

von Mr N. N. ...All überall wird in diesen vorweinachtlichen Tagen massenmedial massiv Optimismus verbreitet. Die Rezession sei zu Ende, die Wirtschaft werde im kommenden Jahr 2014 kräftig an Fahrt gewinnen. So ist der Tenor der Hauptstrommedien.

Einzelhandelsumsätze im Minus

Immer wieder wird dabei die Ausgabefreude der Deutschen betont. Der Otto-Normal-Michel trage sein Geld aufgrund der historisch niedrigen Sparzinsen nicht mehr auf die Bank und gebe es aus. Ist dem wirklich so? Vermelden die deutschen Einzelhändler tatsächlich stark steigende Umsätze? Fakt ist jedenfalls, dass die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Oktober 2013 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) real 0,2% weniger umsetzten als im Oktober 2012. Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Im Vergleich zum September 2013 lag der Umsatz im Oktober kalender- und saisonbereinigt real um 0,8 % niedriger. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde real 2,8 % weniger umgesetzt als im Oktober 2012. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsätze real 1,5 % unter den Werten des Vorjahresmonats.

Deutsche Konsumschwäche

Alles in allem betrachtet wurde von Januar bis Oktober 2013 im deutschen Einzelhandel real 0,2 % mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum umgesetzt. Und das, obwohl die GfK ja seit Monaten die Ausgabefreude der deutschen Verbraucher feiert. Die harten Fakten vom deutschen Einzelhandel zeigen klar auf, dass die Konsumschwäche der privaten Haushalte alles andere als vorbei ist. Im Gegenteil, denn die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsumsätze liegen um 2,4% unter dem durchschnittlichen monatlichen Niveau von 2000 und um 2,6% unter dem Niveau von 1994, dem Beginn der bei Destatis verfügbaren Datenreihe. Von einem Konsumrausch kann also wirklich nicht die Rede sein. Stabiles Siechtum wäre wohl der bessere Begriff.

Orderminus in der Industrie

Am vergangenen Freitag kamen dann auch noch Moll-Töne aus der deutschen Industrie hinzu. Tatsace ist, dass ie deutsche Industrie derzeit wenig Rückenwind zu haben scheint. Vorsichtig formuliert. Die Auftragslage war im Oktober mehr als nur der Auftragseingang sank im Oktober so stark wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Aufgrund einer nachlassenden Nachfrage nach Maschinen und anderen Investitionsgütern fielen sie um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, dass sich die Aufträge noch im Monat zuvor kräftig um 3,1 % erhöht hatten. Dies hätte vor allem an einigen Großaufträgen gelegen. Anders als im Vormonat war der Umfang an Großaufträgen im Oktober unterdurchschnittlich. Die Bestellungen aus dem Inland schwächten sich mit -2,0 % etwas weniger stark ab als die Bestellungen aus dem Ausland (-2,3 %). Einen deutlichen Rückgang um 5,2 % verzeichneten die Auftragseingänge bei den Investitionsgütern. Alles in allem hatten von der Nachrichtenragentur Reuters befragte Ökonomen lediglich mit einem Rückgang der Industrieaufträge von 0,6 Prozent gerechnet.

Also, von einem Konsumrausch wie von einem starken Aufschwung der deutschen Industrie kann nicht die Rede sein. Es wäre schon ein Erfolg, wenn Stagnation herrschen würde.

Wehe, wehe, wenn nun auch Deutschland immer stärker in den Rezessionsstrudel gerät...

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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