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27.01.16 Ein Sommermärchen für Goldförderer

Hohe Förderkosten, üble Streiks, alte Bergwerke: Lange Zeit wollten Investoren von Südafrikas Goldschürfern nichts wissen, schreibt Claudia Bröll von der FAZ. Doch die Kombination eines steigenden Goldpreises und einer extremen Schwäche der südafrikanischen Währung macht die Unternehmen mit einem Mal zu den Stars auf dem Johannesburger Parkett. Die Kurse von Anglo Gold und Gold Fields kletterten in den vergangenen 30 Tagen um gut ein Viertel, die Sibanye-Aktie verteuerte sich um fast die Hälfte, und Harmony legte um mehr als 100 Prozent zu.

Die letzten beiden Förderer schürfen fast ausschließlich in Südafrika nach Gold. Bis vor kurzem sei das der größte Nachteil gewesen, jetzt sei es plötzlich von Vorteil, sagt Hanré Rossouw, Fondsmanager bei Investec Asset Management in Kapstadt. Dank des schwachen Rands hat sich beispielsweise die Gewinnmarge von Sibanye innerhalb weniger Wochen verdoppelt. Harmony, der viertgrößte Förderer des Landes, verdient erstmals nach einer langen Verluststrecke wieder Geld. Die Konzerne verkaufen das gelbe Edelmetall in Dollar, während die Kosten in der Heimat in Rand anfallen.

Goldpreis um 5 Prozent gestiegen

Der Goldpreis ist am Dienstag auf 1113 Dollar je Feinunze gestiegen, den höchsten Wert seit Anfang November. Rossouw erklärt den Anstieg mit der Sorge vor schwächerem Wachstum der Weltwirtschaft und der Aussicht auf eine längere Phase einer lockeren Geldpolitik in den Vereinigten Staaten und Europa. „Gold wird in dieser Lage auch weiterhin eine gute Investition sein“, sagte er. In diesem Jahr ist der Goldpreis bereits um 5 Prozent gestiegen, nachdem er im vergangenen Jahr um 10 Prozent nachgegeben hatte. Auch der Silberpreis profitiert bei kräftigen Schwankungen.

Gleichzeitig bewegt sich der südafrikanische Rand nahe einem historischen Tiefpunkt. Für einen Dollar müssen mehr als 16 Rand bezahlt werden, vor einem Jahr waren es noch gut 11 Rand. In der Folge ist der Rand-Goldpreis binnen Jahresfrist fast um ein Viertel gestiegen, während der Dollar-Goldpreis um 14 Prozent nachgab. Verglichen mit 2011, muss man in Rand heute fast das Doppelte für eine Feinunze Gold bezahlen.

Sommermärchen für Goldschürfer könnte noch etwas andauern

Südafrika ist heute nur noch der fünftgrößte Goldlieferant auf der Welt, hinter China, Australien, den Vereinigten Staaten und Russland. Im einst größten Förderland der Welt gehen die Goldschätze in erreichbarer Tiefe zur Neige. Das bedeutet eine teure Förderung und ein hohes Sicherheitsrisiko. Hinzu kommen deutlich gestiegene Strom- und Arbeitskosten. Auch treiben Unsicherheiten über den politischen Kurs die Branche um. Meist haben die Förderer am Aktienmarkt daher das Nachsehen. Die jüngsten Kursgewinne berechnen sich auch von einem sehr niedrigen Niveau aus. Trotz der jüngsten Kursgewinne kostet die Harmony-Aktie beispielsweise immer noch 60 Prozent weniger als vor fünf Jahren.

Folgt man den Prognosen für den Goldpreis und den Rand, könnte das Sommermärchen für Südafrikas Goldschürfer noch etwas andauern. Doch die Fachleute warnen, sich von der jüngsten Entwicklung blenden zu lassen. „Südafrikas Goldaktien sind bis Ende der achtziger Jahre eine gute Investition gewesen, jetzt müssen Anleger mit unzähligen Risiken kalkulieren, von neuen Gesetzen, Managementfehlern bis hin zu Arbeitskämpfen“, sagt Peter Major, Bergbaufachmann bei Cadiz Corporate Solutions in Johannesburg. „Das ist etwas für Händler, die den ganzen Tag am Schreibtisch kleben und die Kurse verfolgen. Wer sein Geld dagegen in Barren oder Münzen steckt, geht nur ein Risiko ein: das Risiko, dass der Goldpreis wieder sinkt.“

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: Gold.Bullionvault.de

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