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10.10.13 Der Salami-Crash bei den Minenaktien geht weiter

von Mr N. N. ...Schlimmer geht es immer. Und das Jahr 2013 wird als ein Horror-Jahr in die Geschichte der Gold- und Silber-Aktien eingehen. Das steht jetzt, Anfang Oktober 2013, schon fest. Während sich der Goldpreis um die 1300 US-Dollar halten kann, der Silberpreis um die 22 US-Dollar je Unze schwankt, kennen die Aktien der Gold- und Silberbergwerke nur eine Richtung. Und zwar ungebremst, im freien Fall nach unten.

Goldbugs-Index nahe Jahestief

Fakt ist, dass am gestrigen Mittwoch der NYSE Arca Goldbugs-Index HUI im Handelsverlauf bis auf 213,1 gefallen ist. Damit fehlt wahrlich nicht mehr viel bis zum alten Jahrestief, welches Ende Juni diesen Jahres bei exakt 206,66 markiert wurde. Traurige Tatsache ist aber leider, dass gerade gestern einige Silber-Blue-Chips ihre Jahrestiefs unterboten. Hier sei als negatives Paradebeispiel die Aktie von Pan American Silver genannt. Gestern ging es bei der Pan American Silver-Aktie bis auf 9,78 US-Dollar nach unten. Zum Vergleich, vor nicht einmal einem Jahr, am 1. November 2012, lag die Pan American Silver-Aktie bei knapp 23 US-Dollar. Nun, im Oktober 2013 notiert die Aktie gut 58 Prozent tiefer.

Salami-Crash seit mehr als zwei Jahren

Noch gruseliger wird es, wenn man die heutigen Stände mit dem Hoch aus dem April 2011 vergleicht. Zur Erinnerung, im April 2011 schaffte es der Silberpreis am 25.4.2011, einem Ostermontag, bis auf knapp 50 US-Dollar. In dem für Silber-Investments euphorischen Umfeld wurde die Aktie von Pan American Silver bis in den Bereich von knapp 43 US-Dollar nach oben katapultiert. Das war natürlich für all jene, die im Herbst 2008 im November bei gut zehn US-Dollar beherzt zugegriffen hatten, ein hervorragendes Investment. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Silber im Herbst 2008 unter zehn US-Dollar die Unze kostete. Jetzt, im Herbst 2013 liegt der Silberpreis immer noch gut über 20 US-Dollar.

Dividenden als kleines Trostpflaster

Und die Pan American Silver-Aktie hat das Tief des 2008er-Crashs gar unterboten. Einziger Trost auf dieser Achterbahnfahrt ist und bleibt, dass Pan American Silver Dividenden ausschüttet. Aktuell gibt es 0,125 US-Dollar im Quartal, sprich 0,5 US-Dollar im Jahr. Ob die Gesellschaft aber auch in den kommenden Quartalen diese Ausschüttungspolitik beibehalten kann, ist fraglich. Beim aktuellen Aktienkurs ergäbe sich eine Dividendenrendite von gut fünf Prozent, wenn die Gesellschaft bei Ihrer Quartalsdividende bleibt.

Hebel nach unten

Insgesamt betrachtet ist es schon so, dass seit fast zwei Jahren die Minenaktien selbst Anstiege bei den Edelmetallpreisen kaum mehr nachvollziehen. Auf jede noch so kleine Erholung folgt ein noch größerer Abverkauf. Immer wieder ein kleiner Schritt nach vorne, aber dann sofort zwei große Schritte zurück nach unten. Fürwahr, bei den Edelmetallaktien ist kein Hebel mehr in Relation zu den Edelmetallpreisen festzustellen. Wenn, dann nur gen Süden. Wenig verwunderlich, dass sich langsam aber sicher die Investoren komplett aus diesem Segment verabschieden. Das Anlegervertrauen ist auf dem absoluten Nullpunkt angekommen. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Kurzsziel 150?

Gut möglich, dass beim Goldbugs-Index in den kommenden Wochen und Monaten die Tiefs aus dem Jahr 2008 bei 150 beim Goldbugs-Index anvisiert werden. Insofern würde es in dem Umfeld völlig genügen, wenn der Goldpreis wieder in den Bereich des Jahrestiefs um 1180 US-Dollar zurückfällt. Dann wäre auch der HUI ganz schnell im Bereich um 150. Erst ein Befreiungsschlag beim Gold auf Notierungen über 1500 US-Dollar wäre möglicherweise auch eine Initialzündung für eine deutlichere Erholung der Minen. Danach sieht es derzeit aber nicht aus.

In der Tat, diese Zeilen lesen sich wie eine Grabesrede auf den Minensektor. Und es stellt sich nach dem desaströsen Zusammenbruch der Notierungen schon die Frage, was eigentlich wirklich dahinter stecken könnte. Sicherlich, bei den Minen gibt es nach wie vor viele ungelöste strukturelle Probleme. So sind die Produktionskosten in den letzten Jahren deutlich stärker als die Edelmetallpreise gestiegen; die Kapitalkosten für neue Bergwerke explodierten regelrecht. Und von Seiten der Gesetzgeber bekommen die Minenbetreiber in vielen Ländern seit Jahren ja extrem viele Steine in den Weg gelegt. Alles in allem ein wenig erbauliches Umfeld also.

Ein Schelm, wer nun denkt, dass der Wind den Minen nicht nur zufällig eiskalt ins Gesicht bläst. Böse Zungen vermuten ja schon seit längerer Zeit, dass die herrschende unheilige Allianz aus Staat und Hochfinanz ein gehörig hohes Maß an Interesse am Niedergang der Gold- und Silberminen hat. Staatlicherseits geht es hier um massive Restriktionen bis hin zur Verstaatlichung. Und die Hochfinanz wird sich sicher die Filetstücke unter den Lagerstätten zum Dumpingpreis herauspicken und einverleiben. Wohl gemerkt, dabei handelt es sich nur um eine Überlegung einiger Marktbeobachter.

Aber mit jedem Tag des Niedergangs erscheint diese Überlegung plausibler, oder?

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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