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Philharmoniker Depot

19.07.13 Bernanke im US-Schuldensumpf - 3. Die monetären Metalle Gold und Silber

Die Attacke auf Gold und Silber im April dieses Jahres hat einmal mehr gezeigt, dass Gold und Silber nicht nur monetäre Metalle sind, sondern auch politische. Hat die Attacke den Bullmarkt gestoppt? Man kann einen Bullmarkt nicht stoppen, man kann nur seine Form ändern. Was hat sich daran geändert?


Grafik 18: Gold Bull ab 1999 Möglichkeit I.

Grafik 19: Gold Bull ab 1999 Möglichkeit II.

Vor der Attacke konsolidierte Gold über 1'550 US$ in einer flachen Korrektur im Gegensatz zu steilen im Jahr 2009. Alles sah danach aus, als entwickle sich die letzte Korrektur bevor der Markt zur letzten Welle ansetze. Mit dem Preiseinbruch sehe ich nur zwei Möglichkeiten, wie man den Goldmarkt labeln kann: entweder ist die Bewegung seit dem Top 2006 (Ende Welle 3) drei mal eine ABC Korrektur als vierte Welle (Grafik 18) oder ab dem Tief 2008 haben sich zwei einer-Wellen entwickelt und der Rest folgt noch. Ich sehe keine andere Möglichkeiten. Beides ist bullish und explosiv. Kurzfristig (Grafik 20) hat das letzte Tief Ende Juni wohl eine Momentumdivergenz produziert, die Wellenstruktur (am besten sichtbar bei Gold in Euro oder SFR, hier nicht gezeigt) lässt nochmals eine Abwärtsbewegung erwarten. Dies kann, muss aber nicht neu Tiefs bringen. Was die massive Attacke aber gebracht hat, ist die grösste Schort-Position in Gold der large-speculators seit die Zahlen in Bloomberg erfasst sind (Grafik 21). 136'000 Kontrakte à 100 Unzne sind diese short. Zählt man die smallspeculators dazu, kommen nochmals 41'000 Kontrakte dazu, was gar nicht so small ist, total also 177'000 Kontrakte oder17,7 Mio Unzen. 17,7 Mio Unzen Gold sind „nur“ etwa 22,7 Milliarden US$ (etwa gleich viel wie die neu gedruckten Dollars des Fed pro Woche), aber etwa 22% einer Jahresproduktion. Diese short-Position muss per Definitione eingedeckt werden. Nimmt man die Netto Position (longs abzüglich shorts) der Kommerziellen (Grafik 22) (diese verkaufen den spekulativen Kunden die Kontrakte, entweder short oder long), die das Gegenstück der spekulativen Kunden sind und setzt sie ins Verhältnis zu allen ausstehenden Kontrakten (Open Interest, OI), so ist ihre netto-short Position (die Kunden sind seit dem Durchbruch bei 0% im Jahr 2000 primär netto-long, was den Bullmarkt bestätigt und die Komerziellen als Gegenstück netto short) nur noch geringfügig short, also die Kunden nur noch geringfügig netto long.
Das Eindecken dieser short-Position wird der Zünder sein für die nächste Preisavance, die aller Erfahrung nach sehr explosiv sein wird. Was wird dann der Treibsatz sein? Wird das Fed zulassen, dass die Schuldpapiere weiter sinken, die Zinsen steigen und das Kredit-kartenhaus (Grafik 27) zusammenbricht oder wird es nochmals versuchen wie 2008, mit massiver Geldmengenexpansion auch die langen Sätze tief zu halten?


Grafik 20: Gold täglich mit Momentum.

Grafik 21: Comex Gold Short-Positionen.

Grafik 26: Netto Position der Kommerziellen in % von Open Interest.

Grafik 27: Verschuldung USA.

Von September bis Dezember 2008 verdoppelte das Fed die monetäre Basis von 800 auf 1600 Milliarden US$, schaffte neue Liquidität von 800 Milliarden US$. Heute steht die Basis bei 3200 Milliarden (Grafik 28). Wie viele Mittel müssen eingesetzt werden, um den total 60'000 Milliarden $US grossen Kreditmarkt (Bankkredite plus handelbare Kreditpapiere) zu stützen, der aber bereits in einem Bearmarkt ist? Nochmals verdoppeln der Basis (plus 3'200 Milliarden)? Und Japan, dessen Staatsverschuldung bei 240% liegt und der Bondmarkt ebenfalls die Bearphase begonnen hat? Und UK und Euro-Europa, ist hier der Bondmarkt nicht auch in der Bearphase? Und jetzt auch noch China? Wenn mit solchen Summen interveniert wird, muss nur ein kleiner Teil in die monetären Metalle fliessen, um sie explodieren zu lassen, weil ihre Kapitalisierungen sehr klein sind. Sie sind aber die einzige physische Alternative zum Kreditgeld, das in diesem Bearmarkt abverkauft wird, nicht weil die Kreditnachfrage der Wirtschaft zunimmt, sondern weil das Kreditfuder einfach überladen ist. Wie gross ist der Goldmarkt? Von den je geminten 5 Milliarden Unzen sind nur etwa 1 Milliarde Unzen oder 1'300 Milliarden US$ frei. Die andern sind im Schmuck (50%) und in den Notenbanken (20%) blockiert. Eine Jahresproduktion beträgt ca. 80 Mio Unzen oder etwa 100 Milliarden US$. Aber nicht in allen Ländern darf die Produktion frei verkauft werden. So muss zumindest in China die Produktion an den Staat verkauft werden und ich meinte in Russland sei das auch so Und Silber? Die Kapitalisierung von Silber ist noch viel kleiner als die von Gold. Die Schätzung geht von 1 Milliarde Unzen freien Silberbeständen aus was nur gerade 20 Milliarden Dollar wäre. Selbst wenn man von 10 Milliarden Unzen Bestand ausgeht, was etwa 13 Jahresproduktionen entspricht, wäre das immer noch nur 1/6 der Goldkapitalisierung.
Grafik 29 zeigt die Kapitalisierung der Gold- und Silberbestände gemessen in % der US Kredite. Der Markt wird nicht nur die Schulden (das Kreditgeld) dezimieren, sondern auch die Bedeutung und Kapitalisierung des physischen Geldes Gold und Silber über den Preis korrigieren, weil die Menge fast fix ist im Gegensatz zur Geldmenge der Notenbanken, die beliebig erweitert werden können.
Zusammenfassung: Der US Bondmarkt ist seit Dezember 2012 in einen Bearmarkt eingetreten. Die Zinsen steigen, nicht weil die Kreditnachfrage wegen guter ökonomischer Verfassung zunimmt, sondern weil der Kreditberg zu gross ist und die Schuldpapiere deshalb ein Überangebot darstellen. Früher oder später wird das Fed und auch andere Notenbanken versuchen, diese Entwicklung zu stoppen, indem sie massiv Anleihen aufkaufen. Sie fürchten den Kollaps des Schuldenberges. Die zusätzliche Liquidität muss nur zum Teil in die monetären Metalle Gold und Silber fliessen um den Preis explodieren zu lassen. Historisch ist es auch das erste mal, dass eine disinflationäre ökonomische Phase mit einem Bond-Bearmarkt endet, der auf eine zu hohe Verschuldung zurückzuführen ist.


Grafik 28: Monetäre Basis US Notenbank.

Grafik 29: Gold und Silberbestände im Verhältnis zum US-Schulden seit 1900.

Die Strategie des Tell Gold und Silber Fonds.
Es ist die erklärte Strategie des Fonds, die historische Knappheit des Silbers und die dadurch erzwungene Preisexplosion mit einem mit Optionen gehebelten Portfolio auszunützen. Entscheidend ist nicht die Performance bis zum Anfang der Explosion, sondern die gute Positionierung vor der Explosion. Derzeit bestehen Options-Positionen in den September (0,5 Mio oz) und Dezember (1 Mio oz) 2013, sowie März 2014 (0,47 Mio oz), Juni 2014 (2,9 Mio oz) und Sept. 2014 (0,9 Mio oz) Obwohl die Optionen nur noch etwa 6 % Portfolios ausmachen, wird ein Hebel von über 100 erzeugt. Der Rest besteht aus physischem Gold und Silber.

Rolf Nef, Manager Tell Gold & Silber Fonds“
www.tellgold.li

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