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Philharmoniker Depot

03.11.13 2014: Ein Preishoch für Gold und Silber?

Die Zeitzyklen für Gold und Silber laufen erstaunlich präzise einerseits mit Fibonaccizahlen für Gold und andrerseits einer Mischung aus Fibonacci- und Lucaszahlen für Silber, wobei für Silber die Bullphase seit 1814 eine Lucas Zahl ist und die Bearphase eine einzige oder zusammengesetzte Fibonaccizahl.


(Fibonaccizaheln: 1,2,3,5,8,13,21,34,55,89, etc.)

(Lucaszahlen: 3,4,7,11,18,29,47,76, etc.)

Beides sind mathematische Zeitreihen, die Wachstum verkörpern. Zuerst zu den Phasen des Silbers in Grafik 1. 1814 war ein Preishoch in Silber am Ende des Englisch-amerikanischen Krieges, den England anzettelte, weil sich die USA weigerten, weiterhin eine Zentralbanklizenz zu vergeben. 21 Jahre (eine Fibonaccizahl) dauert die Bearphase, bis Silber zusammen mit Gold (Grafik 2)1835 ein Tief machte. Die anschliessende Bullphase dauerte für Silber die Lucaszahl 29 bis 1864 und für Gold die Fibonaccizahl 34 bis 1869. Die 1860er Jahre waren geprägt vom US Bürgerkrieg, einer inflationären Zeit. Und hier die Frage: warum machten die beiden Edelmetalle nicht zusammen die Spitze etwa auf dem Inflationshoch was ökonomisch doch sinnvoll wäre? Die Frage lässt sich nicht beantworten, sie sind einfach diesen mathematischen Reihen gefolgt.
Anschliessend korrigiert Silber zwei mal die Fibonaccizahl 34, nämlich 68 Jahre und erreicht den tiefsten Preis seit Preisaufzeichnung im Dezember 1932. Gold wird 1879 nach 10 Jahre des Tops neu gefixt zum US$. Diese Phase ist die einzige Ausnahme, die nicht mit Fibonaccizahlen geht. Dieses Fixing hält bis 1934, genau 55 Jahre. Warum genau 55 Jahre und nicht weniger und nicht länger? Auch das neuen Fixing von 35 $ hält genau die Fibonaccizahl 34 Jahre,
nachdem von 1961 bis 1968 der Londoner Goldpool 7 Jahre im Preis interveniert um ihn bei 35 $ zu halten und nach James Turk 12'000 Tonnen Gold verkauft haben soll. Auch hier wieder die Frage: warum geben die Notenbanken unter US Führung genau nach 34 (eine Fibonaccizahl) Jahren den Fixpreis auf?
Am 18. März 1968 akzeptierte der US Kongress ein neues Gesetz, das die Golddeckung der Fed-Banknoten aufhob, nachdem diese noch mit 25% Gold gedeckt waren von ursprünglich 40%. Anschliessend stieg Gold bis Januar 1980 in einer Bullphase, wobei die Zeitmessung jetzt zum Monatsrythmus wechselt, denn die Phase dauerte von März 68 an gemessen 142 Monate, was nahe der Fibonaccizahl 144 ist. Diese Spitze war diesmal zusammen mit Silber, dessen Bullphase genau 47 Jahre (eine Lucaszahl) und einen Monat dauerte. Hier etwas zu den Lucaszahlen: jede Lucaszahl kann in zwei Fibonaccizahlen zerlegt werden, also 47 = 34 + 13. Weil aber Gold und Silber in den dreissiger Jahren nicht gemeinsam den Boden machten, stimmt die 13 nicht genau. Wäre Gold 1877 neu gefixt worden, würde der Zyklus genau stimmen. Was ich damit sagen will: Gold ist das politische Metall, hier wird interveniert und versucht einen Preis durchzusetzen, der der Geldschöpfungsrealität der Notenbanken widerspricht.
Ab 1980 bliebt Gold beim Monatsrythmus und macht nach 235 Monaten (233 ist die genaue Fibonaccizahl) im August 1999 sein Tief. Im Jahr 2001, 21 Jahre
nach dem Hoch von 1980, ist nochmals ein Tief etwas oberhalb des Preises von 1999. Silber macht zwar Tiefs 1991 und 1993, der Bullmarkt startet aber erst 2003 auf etwa höherem Niveau. Das wesentliche beim Silber ist folgendes: die Bullphasen waren ohne Ausnahme und Abweichung Lucaszahlen in Jahren. Silber ist viel apolitischer wie Gold. 2014 kommen aber die Phasen im Gold und Silber zusammen. Von den Preisböden 1999 und 2001 für Gold und 2003 für Silber projiziere ich Fibonaccizaheln für Gold und Lucaszahlen für Silber in die Zukunft:


Gold
1999 + 144 Monate = 2011
1999 + 13 Jahre = 2012
2001 + 144 Monate = 2013
2001 + 13 Jahre = 2014
1999 + 233 Monate = 2018
1999 + 21 Jahre = 2020.


Silber:
2003 + 11 Jahre = 2014
2003 + 18 Jahre = 2021.


Hält diese Phase des Bullmarktes bis 2020/21 an, so ist damit nur die mittlere Phase des Bullmarktes für Silber seit 1932 und für Gold seit 1835 zu Ende.
Anschliessend muss eine längere Korrektur kommen gefolgt von der letzen Welle, die noch extremer ausfallen müsste. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Krise so lange hinausgezögert werden kann, bis sich das im Gold- und Silberpreis niederschlägt. Die Alternative ist aber nur 2014, das man andrerseits für zu nahe hält. Historisch sind aber Preisexplosionen in den Edelmetallpreisen in den Schlussphasen stets vorgekommen, weil die Nachfrage auf kein Angebot stiess. So verfünffachte sich Gold 1869 in nur drei Monaten. Das scheint aber auch heute wieder Goldmarkt der Fall zu sein, wie sich das am Comex zeigen lässt.


Grafik1: Silber mit Zeitzyklen.

Grafik 2: Gold’s Bull- und Bearphasen seit 1800.

Der Bestand für lieferbares Gold am Comex ist auf 0,7 Mio Unzen (23 Tonnen) nach 3 Mio abgesunken. (Grafik 3). Damit sind die 0,7 Mio Unzen aber ca. 55 mal (Grafik 4) verkauft, ein Allzeithoch. Das Verhältnis ist nicht so hoch, weil viele Kontrakte verkauft wurden, sondern weil das physische Gold so knapp ist. In den 70er Jahren beim Silber war es umgekehrt (Grafik 5 und 6). Die Futureskontrakte bezogen sich auf 2 Mrd Unzen Silber, im Warenhaus waren
aber 50 Mio Unzen. Das Warenlager ist in dieser Periode aber nicht speziell abgesunken. Es bestanden einfach sehr grosse Positionen. Schlussendlich
mussten die Shorts eindecken, was zur Preisexplosion führte. Zudem bezog sich das Warenlager auf beide Kategorien Lager, den Futures zugeteiltes Silber und das unabhängige Lager. Heute ist das physische Gold knapp. Kommt es zur Lieferung, muss im Markt physisch gekauft werden. Immerhin betragen die
offenen Kontrakte 40 Mio Unzen oder etwa 1300 Tonnen, eine halbe Jahresproduktion, während im Warenlager nur ca. 23 Tonnen sind. Jemand im Markt muss also massiv short sein. Das sind gute Voraussetzungen für solche Explosionen.
Zudem muss man wissen, dass der Handel in London gegenüber den Kunden mehrheitlich mit Goldkonten arbeitet. Der Kunde hat also nur ein Goldguthaben
bei der Bank, nicht Gold im Depot. Deshalb kann die Bank als Absicherung der Comex wählen anstelle von physischem Gold. Erst wenn der Kunde Lieferung
verlangt, muss die Bank Gold physisch beschaffen. Offensichtlich verlangen das imme mehr Kunden, weshalb der Comex so leer ist, aber immer noch 40 Mio
Unzen (rund 1300 Tonnen) Verpflichtungen hat bei nur 23 Tonnen im Lager.
Der physische Markt übernimmt immer mehr die Kontrolle über den Preis und nicht wie früher der Terminmarkt. Es ist durchaus möglich, dass der Comex und
der Londoner Goldmarkt (LBMA) zur Barabgeltung (Cash-settlement) übergehen müssen, weil sie einfach nicht liefern können. Es wäre ein sehr starkes Signal für den physischen Markt.


Grafik 3: Für Lieferung bereites Gold im Comex.

Grafik 4: Comex Gold, Besitzer pro Unze (unterste Grafik).

Grafik 5: Silberpreis und Anzahl Besitzer pro Unze im Warenlager.

Grafik 6: Warenlager Silber.

China: der grösste Goldnachfrager, aber auch mit hohem Kreditleverage. China gilt als der grösste Käufer auf dem internationalen Goldmarkt. China gilt als ökonomisch gesund mit starkem Wachstum. Dass dieses Wachstum aber sehr stark Kreditfinanziert ist und nicht aus dem Cash-flow der Firmen, wird weithin nicht beachtet. Grafik 7 zeigt eine nicht ganz aktuelle Darstellung des Kreditleverages: alle Bankkredite in % des Sozialproduktes. Auch China baut sein Wirtschaftswachstum auf einem Kreditwachstum, das stärker wächst als das Wachstum der Produktion und das bereits auf hohem Niveau. Auch China ist eine Kreditblase, die eines Tages platzen wird.


Grafik 7: Chinas Kredit-Leverage.

Hintergrund dieser Entwicklung ist genau gleich wie im Westen ein Zentralbanksystem, das Liquidität durch den Kauf von Finanzvermögenswerten schafft, die dann als Kredit in die Wirtschaft fliesst und den Kredithebel schafft. Hier einige wichtige Daten zur Bilanzgrösse und Wachstum der Notenbank:

Bilanzsumme in US$ 2001: 600 Milliarden US$
Bilazsumme 2013 Sept: 5’200 Milliarden US$.
Prozent der Aktiven in ausländischer Währung: 2001: 45 %, 2013: 80%.
Quelle: www.Yardeni.com


Die Bilanzsumme hat sich seit 2001 fast verzehnfacht. Gekauft werden vor allem westliche Finanzwerte. Damit will China seine Währung schwach halten um preislich kompetitiv zu sein. Die offiziellen 1054 Tonnen sind gerade 1% der Bilanzsumme. Die dadurch geschaffene Liquditätsschwemme wird als Kredit an viele staatliche Firmen vergeben, aber auch an private. Die Folge ist der oben gezeigte Kreditleverage. Die Zentralbank ist sich dieses Kreditleverages sicher bewusst, aber kann nicht zurück, der Hebel ist bereits zu gross und die Politik verlangt Beschäftigung der Massen und diese versteht wahrscheinlich die Konsequenzen nicht, wie die Politik es im Westen nicht versteht. Die Zentralbank, der die Goldbörse von Shanghai gehört, ermutigt aber die Bevölkerung zu Goldkäufen, um einerseits Mittel wegzunemehmen von kreditgestützten Immobilienkäufen und andrerseits die Importe zu erhöhen, die die Währung etwas schwächen aber auch um der Bevölkerung eine Reserve zu beschaffen, die im Fall einer Kredit- und ökonomsichen Krise hilft, um somit auch soziale Auschreitungen zu beschränken. Weil die Zentralbank Besitzerin der Goldbörse ist, gehört ihr auch das zu verkaufende Gold und sie ist der grosse Importeur. Ihre hohen Devisenbestände lassen fasst beliebige Goldkäufe zu. Zumindest haben Chinas Goldkäufe damit zu tun, dass der Comex-Bestand an physsichem Gold extrem tief ist und die ausstehenden Verträge nur zu 1,7% gedeckt sind.


Die US-Rsiken.
Die US Risiken sind zweierlei: einerseits die Währung und andreseits der Bondmarkt. Der Bondmarkt (Grafik 8) hat 2012 seinen 31 jährigen Bullmarkt beendet und fällt seither. Steigende Zinsen sind bei der sehr hohen Verschuldung gefährlich, denn sie bringen das Kartenhaus ins Wanken. Grafik 9 zeigt, dass die Phase seit September nur eine Erholung ist und der Abwärtstrend wahrscheinlich neu eingesetzt hat. Das Fed kann all die Bonds kaufen und den Markt stützen, was auch zu erwarten ist. Aber eines kann es nicht: den US$ stützen. Je mehr es den Bondmarkt stützt, je mehr Druck kommt auf den US$. Hält der Bondmarkt durch bis 20117/18 ohne massive Intervention?


Grafik 8: US Renditen 10 Jahre Treasury monatlich.

Grafik 9: 10 Jahre Treasury Preis, 8 Stunden.

Graik 11 zeigt den Dollarindex langfristig. Ein Bruch der langfristigen unteren Trendlinie führt aller Erfahrung nach zu einem Absturz. Hält diese Linie noch bis 2018/19 oder später, um ein Gold/Silberhoch 2020/21 herbeizuführen? Das erscheint sehr unwahrscheinlich, aber 2014 scheint einem zu nah. Grafik 12 zeigt diesen Index im Tageschart. Im Moment führt er eine Gegenbewegung aus nach dem Hoch Anfasngs Juli. Die nächste Abwärtsphase wird deutlich unter 80
führen in die Nähe der untern Trendlinie. Nochmals die Frage: bleibt der Index oberhalb 72 bis 2018/19?


Grafik 11: Dollarindex.

Grafik 12: Dollarindex täglich.

Die US Risiken sprechen nebst dem leergekauften Goldmarkt am deutlichsten dafür, dass Gold und Silber relevante Ereignisse vor 2018/19 zum Zug kommen werden. Aber es ist schwierig, sich vorzustellen, dass das alles sich ins Jahr 2014 entladen wird mit sehr hohen Gold- und Silberpreisen. Andreseits hat Silber seit 1814 jede Bullphase genau und ohne Ausnahme die Anzahl Jahre gedauert, die einer Lucaszahl entspricht und das wäre in diesem Fall 2014 oder dann das späte 2021. Wenn diesmal keine Lucaszahl zustande käme, wäre es die erste Ausnahme, was nicht auszuschliessen ist. Gold ist historisch gesehen flexibler, weil es hoch politisch ist und deshalb im Goldmarkt interveniert wird, aber 2014 ist die letzt mögliche Zahl aus Monats- und Jahresprojektionen ab den Böden 1999 und 2001 und fällt mit mit der Lucaszahl auf dasselbe Jahr 2014 für den Silbermarkt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Preishoch im Jahr 2014.
Ob jetzt 2014 oder etwas später, die angespannte Situation im Goldmarkt und der sehr kritische Zustand des US-Bondmarktes sowie des US$ werden die mittlere Phase der langfristigen Bullmärkte in Gold und Silber vor 2020/21 zu Ende führen mit den dazugehörenden massiven und schnellen Preisavancen.


Die Strategie des Tell Gold und Silber Fonds.
Es ist die erklärte Strategie des Fonds, die historische Knappheit des Silbers und die dadurch erzwungene Preisexplosion mit einem mit Optionen gehebelten
Portfolio auszunützen. Entscheidend ist nicht die Performance bis zum Anfang der Explosion, sondern die gute Positionierung vor der Explosion. Derzeit
bestehen Options-Positionen in den und Dezember 2013 (1 Mio oz) 2013, sowie März 2014 (0,47 Mio oz), Juni 2014 (3,05 Mio oz) Sept. 2014 (1,5 Mio oz) und Dez. 14 (0,5 Mio oz). Obwohl die Optionen nur noch etwa 11 % Portfolios ausmachen, wird ein Hebel von ca. 100 erzeugt. Der Rest besteht aus
physischem Gold und Silber.


Rolf Nef, Manager Tell Gold & Silber Fonds“
www.tellgold.li

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