.

Philharmoniker Depot

12.07.14 Die Wahrscheinlichkeitsrechnung und das Bullmarktverhalten

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung und das Bullmarktverhalten der monetären Edelmetalle Gold und Silber. Das Spiel mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Stellen Sie sich folgendes Spiel vor: in einem Sack befinden sich 100 Kugeln, 30 weisse und 60 schwarze. Der Spielleiter zieht jeweils eine Kugel aus dem Sack, entweder ist sie weiss oder schwarz. Die Teilnehmer am Spiel haben je ein Kapital von 100 zur Verfügung. Sie können ähnlich wie beim Roulette setzen. Setzen Sie auf weiss und weiss trifft ein, so kriegen sie das 10-fache des Einsatzes, bei schwarz nur das einfache. Umgekehrt zahlt man das zehnfache, wenn man weiss setzt aber schwarz aus dem Sack gezogen wird. Man zahlt 10, wenn man schwarz setzt und weiss gezogen wird. Wie muss man setzen, dass man à la long gewinnt?
Die Sache ist nicht so schwierig und trotzdem finden es viele nicht heraus. Man muss immer weiss setzen. Wie kommt man darauf? Was ich hier nicht behandle, ist die optimale Menge Kapital, wenn 100 am Anfang zur Verfügung steht. Aber es ist klar, dass man nicht alles auf einmal setzen kann, weil Verluste entstehen. Der Schlüssel zur Lösung ist eine einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung:


Was ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kugel kommt: 100% oder 1.
Was ist die Wahrscheinlichkeit, dass schwarz kommt: 70% oder 0,7.
Was ist die Wahrscheinlichkeit, dass weiss kommt: 30% oder 0,3.
Was ist der durchschnittliche Gewinn, wenn konstant weiss gesetzt wird: 0,3*10 – 0,7*1 = 2,3.
Was ist der durchschnittliche Gewinn, wenn konstant schwarz gesetzt wird: 0,7*1 – 0,3*10 = - 2,3.


Bei jedem Ziehen einer Kugel entsteht jedes Mal ein neues Ereignis, unabhängig davon, was vorher gezogen wurde. Also wenn zehn mal hintereinender eine weisse Kugel gezogen wurde, besteht beim elften mal dieselbe Wahrscheinlichkeit für weiss wie beim ersten mal. Deshalb muss man immer setzen und immer weiss. Gewinnen tut man nur im Durchschnitt und nicht durch einzelne zufällige Erfolge. Die Einsicht in die Mathematik macht das verlieren bei schwarz erträglich, weil man weiss, dass die Rechnung stimmt. Durchblickt man die Mathematik nicht, wird es emotional und man hat keine Chance. Sind die Parameter extrem kann es trotz Durchblick emotional und ungemütlich werden:


Kapital: 100.
Total 100 Kugeln.
1 weiss, 99 schwarze.
Gewinn bei weiss: 1'000’000
Gewinn bei schwarz: 1.
Verluste: analog wie beim ersten Spiel, also 1'000'000 wenn schwarz gesetzt wird und weiss kommt.


Durchschnittlicher Gewinn bei Setzen auf weiss: 0,01*1'000'000 – 0,99*1 = 10'000 – 0,99 = 9'998,01.
Durchschnittlicher Verlust bei Setzen auf schwarz: 0,99*1 – 0,01*1'000'000 = - 9'998,01.


Bei systematischem Setzen auf weiss ist der Gewinn noch höher als beim ersten Beispiel. Aber im Durchschnitt kommt die weisse Kugel nur jedes 99. mal. Man muss eine frustrierende Durstrecke von Verlusten durchhalten, sonst gelingt es nicht.


2. Bullmarktverhalten von Gold und Silber.
Aber wo liegt die Analogie zu den Märkten und speziell in diesem Fall zu Gold und Silber? In den Märkten laufen Prozesse ab und keine Ereignisse. Der Preis von heute ist nicht unabhängig vom Preis von gestern und von früheren Tagen. Über den Preis lässt sich aber viel mehr sagen: entweder bewegt er sich in einer Bullphase oder in einem Baermarkt. Diese können sehr lange anhalten, unterbrochen von Korrekturen, die ebenfalls viel Zeit in Anspruch nehmen können. Bullmärkte in Gold und Silber haben aber stets auf dieselbe Art geendet: sie explodieren förmlich und in kurzer Zeit macht der Preis um die 90% des gesamten Bullmarktes. Aus dieser Betrachtung ist das ein Ereignis, das immer vorkommt und der oben geschilderten Struktur der Wahrscheinlichkeitsrechnung gleichkommt. Diese Ereignisse sind selten und deshalb auch kaum untersucht. Im Silbermarkt gibt seit 1814 nur gerade zwei abgeschlossene Bullmärkte mit zwei solchen explosiven Phasen.


1. Bullmarkt: August 1835 bis Juli 1864 von 1,2811 $ auf 3,3344 $. Die explosive Phase dauerte von August 1863 bis Juli 1864 von 1,625$ auf 3,3344$ oder in 3,17% der Zeit
83% des Preises.
2. Bullmarkt: Dezember 1932 bis Januar 1980 von 0,25$ auf 50$. Die explosive Phase dauerte von August 1977 bis Januar 1980 von 4,44$ auf 50$ oder in 5,3% der Zeit 91,5% des Preises. Der Goldmarkt ist nicht viel anders, enthält aber eine Bullphase mehr.
1. Bullmarkt: November 1834 bis September 1869 von 19,39$ auf 162,5$. Die explosive Phase dauerte nur wenige Wochen von ca. 30$ auf 162,5$. Der Hintergrund war ein Corner-Versuch.
2. Bullmarkt: Im Januar 1934 – als der Goldbesitz schon verboten war – wurde der Preis per Dekret von 20,67$ auf 35$ für den Verkehr unter Notenbanken angehoben.
3. Bullmarkt: Von März 1968 bis Januar 1980 von 35$ auf 850$. Die explosive Phase dauert von August 1976 bis Januar 1980 von 104,35$ auf 850$ oder in 29% der Zeit 91,4% des Preises.


Aktuell laufen im Gold- und Silbermarkt Bullmärkte. Mit Sicherheit hat noch keine explosive Phase stattgefunden. Wie oben erwähnt, ist ein Bullmarkt ein Prozess, der aber in den Edelmetallmärkten stets mit dem Ereignis der Preisexplosion geendet hat. Mehrmals habe ich gezeigt, dass die zeitlichen Längen der Bull- und Bearmärkte in Gold wie im Silber nicht zufälliger Natur sind, sondern im Goldmarkt relativ präzise mit Fibonaccizahlen gehen und im Silbermarkt die Bullphase mit Lucaszahlen und die Bearphase mit reinen oder zusammengesetzten Fibonaccizahlen. (Grafik 1, 2 und 3). Demnach besteht für 2014 in beiden Märkten ein Zeitfenster für das Ende einer Bullphase. Das nächste Fenster besteht erst wieder 2020 - 2022.
Gibt es technische und fundmentale Hinweise, dass der Markt vor einer Preisexplosion steht?


Grafik 1: Gold und Fibonaccizahlen.

Grafik 2: Silber Bull- und Bearphasen in Jahren.

Grafik 3: Silber Bull- und Bearpahsen in Monaten.

Die Charts von Gold und Silber (Grafik 4 und 5) zeigen an, dass beide Märkte nach einer über 3 jährigen Korrektur Boden gefunden haben und am steigen sind. Aber daraus lässt sich noch nicht ableiten, dass die Preise explodieren werden.


Grafik 4: Gold wöchentlich.

Grafik 5: Silber wöchentlich.

Grafiken 5 und 6 zeigen die Goldimporte und Exporte der Schweiz sowohl in Tonnen wie auch in % der Weltproduktion. Seit 2011, also seit dem Beginn der Korrektur, hat nochmals ein massiver Anstieg stattgefunden, der die Weltproduktion übersteigt. Wohin geht all dieses Gold? Die Statistik sagt nach Hong Kong und Indien was deren Aussenhandelsstatistiken bestätigen. Auch sind 3'000 Tonne weit über der westlichen Produktion von ca. 2'000, denn China und weitgehend Russland exportieren ihr Gold nicht. Woher kommt all das Gold, denn nebst der Schweiz hat es noch andere Lieferanten nach China und Indien?

Grafik 5: Goldimporte und Exporte der Schweiz.

Grafik 6: Goldimporte und Exporte der Schweiz in % Weltproduktion.

Hier noch zwei Grafiken, die ich eben auf Kingworldnews.com sehe und von der holländischen Webseite www.marketupdate.nl stammen. Der Autor Frank Knopers hat sich die Mühe genommen die Daten der eidgenössischen Zolldirektion, die nach Ländern gegliedert erst seit diesem Jahr zur Verfügung stehen, in grafischer Form darzustellen. Der massive Fluss nach Asien wird bestätigt.

Grafik 6a: Goldhandel Schweiz Jan. – Mai 2014 nach Ländern.

Grafik 6b: Goldhandel Schweiz Jan. – Mai 2014 nach Regionen.

Grafik 7 zeigt die Menge Gold in den weltweiten ETFs und andern Lagerstätten. Der Preiseinbruch 2011 hatte noch nicht zu einem Abbau der Bestände geführt. Erst die Intervention 2013 führte zu diesem. Aber insgesamt waren die Bestände mit 100 Mio Unzen nur etwa eine Jahresproduktion und sind etwa auf 70 Mio gefallen. Damit erklärt man die Herkunft des Goldes, das nach Asien geht, nicht. Natürlich gab es auch Verkäufe aus Kundenbeständen bei Banken, aber die Grössenordung ist nicht bekannt. Seit im Januar 2014 der Edelmetallaussenhandel der Schweiz nach Ländern gegliedert veröffentlicht wird, weiss man, dass 60% der Importe aus England kommen aber auch dass China Direktimporte macht und nicht alles über Hong Kong importiert. London ist aber auch der Markt, wo im physischen Markt interveniert wird. Ausführende Bank ist die BIZ mit der Bank von England als Verwahrer. Aber wer ist/sind der effektive Verkäufer?


Grafik 7: Goldbestände in ETFs.

Denkt man die Sache durch, welcher Staat Interventionen unternehmen und politisches Interesse hat, den Goldpreis unten zu halten, so kommen nur die USA in Frage. Wie viel eigenes Gold sie noch halten, ist auch ein Rätsel, weil die Bestände seit 1956 nicht mehr geprüft wurden. Offiziell wird der Bestand mit gut 8'000 Tonnen angegeben. Der Besitzer des Goldes ist aber das Schatzamt bzw. der Bundesstaat und nicht das Fed. Das Fed als private Institution hält nur Goldzertifikate des Schatzamtes. Aber es ist der grösste Verwahrer von Gold für andere Zentralbanken. Nach der Webseite des New Yorker Fed hält es 213 Mio Unzen oder ca. 6'800 Tonnen Gold anderer Zentralbanken, u.a. ca. 1'500 Tonnen für die Bundesbank. Wird aus diesem Pool interveniert? Die Bank of England hält ebenfalls grosse Mengen Gold für Kunden in Verwahrung. Laut Geschäftsbericht per Ende Feb. 2014 hält sie 5'484 Tonnen. Bis 2004 rapportierte sie nur Gold in der Bilanz für andere Zentralbanken und das war naturgemäss wenig, weil Zentralbanken nicht Goldgläubiger sein wollen. Als Interventionsbank dürfte die BoE keine Rolle spielen, weil Englands Interesse an einem kontrollierten Goldpreis nicht gegeben ist und der Goldbesitz der Bank viel zu klein ist, um Interventionen zu stemmen. Auch wenn ein Pool fremden Goldes da ist, so ist das Risiko sich dort zu vergreifen für England viel grösser als für die USA. Die USA haben sich ja schon
vergriffen, das Bundesbankgold kommt nur tröpfchenweise zurück.


Wo Interventionen sicher stattfinden, ist am COMEX, dem Terminhandel für Rohwaren, wo auch Gold auf Termin mit standardisierten Futureskontrakten gehandelt wird und nicht physisches Gold, obwohl als Lieferung verlangt werden kann. Grafik 8 zeigt die Netto Positionen der drei Gruppen Commercials, grosse und kleine Spekulanten auf der linken Skale in Anzahl Kontrakten. Ein Kontrakt beinhaltet 100 Unzen Gold. Was sagt die Grafik aus? Auffällig ist, wie seit zwei Wochen die Netto-short Position der Commercials sich verdoppelt hat, von –80'000 auf –160'000 Kontrakte oder 16 Mio Unzen. Gleichzeitig haben die Spekulanten ihre netto-long-Position von 80'000 Kontrakten à 100 Unzen Gold auf 140'000 erhöht, indem sie die short-Positionen verkleinerten und die long Positionen vergrösserten. Die Zahlen dazu sieht man unten an der Grafik. Gleichzeitig ist die Anzahl ausstehender Kontrakte, das sog. Open Interest gestiegen (dünne Linie, rechte Skala). Das ist typisch im Bullmarkt, wenn mehr Teilnehmer an den Markt kommen aber wäre atypisch für einen short-squeeze, wenn die Spekulanten ihre grossen short-Positionen eindecken und den Markt verlassen. Sind jetzt die Commercials wirklich 16 Mio Unzen Gold auf Termin short? Die Commercials dienen als Dienstleister am COMEX und halten meistens nur kleine Positionen. Sie sichern sich ab im physischen Metall, aber das sieht man nicht. Demnach hätten sie in den letzen 2 Wochen für 8 Millionen Unzen Gold kaufen müssen. Haben sie das wirklich? Wäre der Goldpreis nicht stärker angestiegen? Hier ist der Manipulationsraum des Fed oder des Plunge Protection Teams und über welche Institution auch immer abgerechnet wird: sie übernimmt die Kontrakte von den Comercials, so dass diese abgesichert sind und das Risiko trägt diese Institution. So wird der physische Markt nicht tangiert. Aber nützt das heute noch etwas?


Grafik 8: Positionen im Goldmarkt am COMEX.

Grafik 9: Netto Positionen im Silber Terminmarkt COMEX.

Das Gold/Silber Ratio hat historisch stets angezogen, wenn die Metalle bullish wurden. Das scheint auch diesmal den Start der Bullphase zu bestätigen (Grafik 10).

Grafik 10: Gold Silber Ratio wöchentlich.

Grafiken 11 und 12 zeigen Gold und Silber im Tageschart. Während es für Gold klar ist, dass der neue Bulltrend im Dezember 2013 gestartet hat, es für Silber nicht so eindeutig. Im Juni
2013 wurde sicher das Preistief gemacht und anschliessend scheint eine Impulswelle (5- Wellen Struktur) den neuen Bulltrend zu starten. Aber es ist auch möglich, dass diese Impulswelle nur Teil einer Korrektur ist und die anschliessende Bewegung bis Juni 2014 das Ende der Korrektur von Mai 2011 darstellt. Warum schaue ich das so genau an? Weil vom Startzeitpunkt der neuen Bullphase aus gerechnet die Fibonaccizahlen für Gold (Monate) und Lukaszahlen für Silber (ebenfalls Monate) in die Zukunft projiziert werden müssen, um potenzielle Zeitpunkte für die Spitze zu erhalten. Gold von Dezember 2013 aus:


+ 13 Monate = Januar 2015.
+ 21 Monate = September 2015.
Silber von Juni 2013 aus:
+ 18 Monate = Dezember 2014.
+ 29 Monate = November 2015.
Silber von Juni 2014 aus:
+7 Monate = Januar 2015.
+ 11 Monate = Mai 2015.
Im Januar 2015 würden beide Märkte miteinander austopen so wie im Januar 1980. Mai 2015 wäre ein klassischer Silbertop wie 2004 und 2006. Das Äquivalent in Gold wäre September
2015.


Grafik 11: Gold täglich.

Grafik 12: Silber täglich.

Die kurzen Zeiträume befinden sich durchaus im Rahmen der historischen Erfahrungen. Was Mühe macht sind die hohen Preisziele dargestellt durch die oberen Trendlinien in Grafik 1 und 2. Aber bedenkt man der excessiven Liquidität die alleine durch das Fed geschaffen wurde, so reicht ein Bruchteil dieser, um den Preis von Gold und Silber in solche Höhen zu jagen. Grafik 13 zeigt die sogenannten excess reserves beim Fed. Das sind Guthaben der Geschäftsbanken, die über der vom Fed vorgeschriebenen Menge Reserven liegen. Mit über 2'500 Mia $US liegen diese Guthaben der Geschäftsbanken zu 0,25% verzinst beim Fed und gehören auf der Bankseite teilweise den Banken aber auch den Kunden. Die gut 3'000 Mia $ aus QE sind eben nur teilweise in die Märkte und die Wirtschaft geflossen sondern liegen einfach auf den Konti. Es ist also bei weitem genug Liquidität vorhanden, einen Hipe in den Edelmetallen zu entfalten. Aber nicht nur die Fed hat Liquidität geschaffen, auch die andern Notenbanken. Drehen die Finanzmärkte weg von Aktien und Anleihen wird ohne lange Überlegen ein neuer Trend gesucht und der ist in den monetären Metallen und wahrscheinlich auch in den Rohstoffen, weil der US$ nach wie vor krisenanfällig ist. Grafik 14 zeigt den Dow Jones wöchentlich. Seit Anfangs 2013 zeigt sich eine riesige Momentumdivergenz: der Markt macht neue Höchst, nicht aber der Indikator. Diese Divergenzen funktionieren nicht immer, aber sehr oft. Man sieht deutlich bei den Spitzen 2007 und 2011, aber auch umgekehrt beim Boden 2009. Die aktuelle Divergenz hält einfach schon sehr lange an.
Auf 16. August 2014 fällt der 8,6 Jahreszyklus dieses Jahr. Der 8,6 Jahre Zyklus ist eine Entdeckung von Martin Armstrong (www.martinarmstrong.org). Er funktioniert sehr simpel und weist eine Präzision auf, die einem erstaunen lässt.


Grafik 13: Excess Reserves der US Banken beim Fed.

Grafik 14: Dow Jones wöchentlich mit Momentumdivergenz.

8,6 Jahre sind 1'000 Tage mal Phi (3,141....). Addiert man diese 8,6 Jahre, aber auch die Hälfte, ein Viertel und ein Achtel zu 1929.75 (dem Krachtag 1929), so erhält man potentielle Daten für Böden oder Spitzen, aber man weiss nicht welchen Markt. Natürlich muss in einem solchen Markt eine massive Übertreibung vorkommen. Hier einige Resultate, die einem eben zum Staunen bringen:


1987,8: Krachtag im US Aktienmarkt.
1989,95: Top Nikkei.
1998,55: Zwischentop Dow und Start Russlandbankrott.
2002.85: Boden Dow Jones.
2012.525: Top US Bond Markt.
2014.625: Top US-Aktienmakt ?


Die Vorhersage des Russlandbankrotts brachte ihm den US Geheimdienst auf den Hals, worauf er für Jahre ohne Prozess eingelocht wurde. Seit er vor einigen Jahre frei wurde lebt er in der Schweiz und führt von hier aus seine Webseite www.martinarmstrong.org . Aber man hat den Eindruck, dass seine Freilassung einen Preis hatte. Er schreibt nicht grundsätzlich gegen Gold, aber sieht es viel tiefer und das Datum für dieses Jahr nennt er nicht, erst das für nächstes Jahr, wo er den grossen Bondkrach sieht. Dieses Jahr könnte aber sehr wohl ein Hoch für den US-Aktienmarkt werden. Dasselbe gilt für den DAX, da auch hier eine enorme Kapitalkonzentration statt findet und vornehmlich mit US-Kapital. . Der DAX weist dieselben Divergenzen auf und ist der einzige europäische Markt, der neue Höchst erreichte (Grafik15). In Grafik 16 noch den DAX in Gold. Man war 1980 gleich weit wie 1950 und seit 2000 fällt er. Wohin geht er wenn Gold explodiert? Die 1 wird man wieder sehen.

Grafik 15: DAX wöchentlich mit Momentumdivergenz.

Grafik 16: DAX in Gold.

Wirklich gefährlich aber wird es, wenn die Bonds weiter fallen und die Zinsen am langen Ende steigen. Wie oben erwähnt, betrachte ich das Zinstief 2012 als die Trendwende. In Grafik 18 sieht man die Rendite des 5 jährigen Bonds und wie die Konsolidierung seitwärts verläuft. Im 5 jährigen Bereich liegt der grösste Teil der US Staatsschuld. Ein Zinsanstieg gegen 4% im 10 jährigen Bereich ist noch nicht das Ende des Finanzsystems, denn diese Trendlinie wird kaum im ersten Anlauf nach oben durchbrochen. Aber es bestätigt, dass das Fed die langfristigen Zinsen nicht steuern kann. Die steigenden Zinsen kommen bei einer Volkswirtschaft mit maximaler Verschuldung (Grafik 19).


Grafik 17: US Treasury Rendite 10 Jahre monatlich.

Grafik 18: US Treasury Rendite 5 Jahre wöchentlich.

Grafik 19: US-Verschuldung.

Mit zu den strategisch wichtigen Werten gehört der US$. Grafik 20 zeigt den Dollar-Index, wo noch immer keine Entscheidung gefallen ist. Grafik 21 und 22 zeigen das Britsche Pfund gegen den US$, das am Abwärtstrend des US$ kaum Zweifel lässt. Die Trendwende startete 1985 und die erste Korrektur hielt bis 2009 an. Die aktuelle Stärke des Pfundes ist viel mehr eine Schwäche des US$.
Grafik 23 zeigt den Euro gegen US$. Seit 2008 korrigiert er und ist knapp unter der oberen Trendlinie aber auch knapp oberhalb der oberen Trendlinie. Der Euro ist mit ca. 55% im Dollarindex gewichtet und deshalb sehr wichtig. Das geopolitische Gerangel in Europa muss man auch auf dem Hintergrund dieses Charts sehen. Jedes mal wenn negative Nachrichten in Europa auftauchen, muss man fragen: qui buono, wem nützt es. Ein Absturz des US$ bedeutet für die USA höhere Rohstoffpreise wie Oel und Lebensmittel aber auch ein Zerfall ihrer Macht. Das Fallbeil über dem US$ zeigt Grafik 24. Die ganze Welt ist abgefüllt mit US$, alle sind long und die Position wird durch das US Leistungsbilanzdefizit weiter gefüttert. Der US$ wird immer weniger als Reserve betrachtet. Aber was ist denn Reserve? In der Geschichte waren es immer Gold und Silber weil sie eben nicht beliebig vermehrbar sind. Wenn im US$ wichtige technische Punkte durchbrochen werden, kann das Schlachten der long-Position beginnen.
Grafik 25 zeigt wie klein die Gold- und insbesondere die Silberbestände sind im Verhältnis zu den US-Krediten und wie sie früher viel höher waren. Aber es gibt nicht nur US-Kredite, die ganze Welt ist inzwischen voll damit. Diese Grafik zeigt nur das Potential. Die Dynamik ist weiter oben behandelt und zeigt, dass diese langsam reif wird für einen Sturm.

Grafik 20: US$-Index.

Grafik 21: US$-Pound.

Grafik 22: Dollar-Pfund monatlich.

Grafik 23: Euro-US$ wöchentlich.

Grafik 24: US$ in ausländischen Händen.

Grafik 25: Gold- und Silberbestände.

Es ist die erklärte Strategie des Fonds, die historische Knappheit des Silbers und die dadurch erzwungene Preisexplosion mit einem mit Optionen gehebelten Portfolio auszunützen. Entscheidend ist nicht die Performance bis zum Anfang der Explosion, sondern die gute Positionierung vor der Explosion. Derzeit bestehen Options-Positionen in den Sept. 2014 (1,5 Mio oz), Dez. 14 (0,5 Mio oz) und Juni 2015 (1,6 Mio Unzen). Obwohl die Optionen nur noch etwa 5 % Portfolios ausmachen, wird ein Hebel von ca. 75 erzeugt. Der Rest besteht aus physischem Gold und Silber.


Rolf Nef, Manager Tell Gold & Silber Fonds“
www.tellgold.li

Silbernews übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben! - Copyright © by Silbernews.com 2006-2020

© by Silbernews.com