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Philharmoniker Depot

08.05.13 Tell Gold "Gold und Silber"

Dass Gold in seinen Bull-, Korrektur- und Bearphasen den Fibonacci Zahlen folgt, ist nichts besonders Neues. Aber es folgt dieser mathematischen Reihe regelmässiger als der Aktienmartk, wo man dieses Muster auch findet. Im Newsletter Nr. 55 vom 15. Nov. 2012 ( siehe hier ) finden sie eine langfristige Untersuchung für Gold und Silber. So lässt sich der ganze Bullzyklus seit August 1999 nach dieser Zahlenreihe einteilen. (Grafik 14) Die Phase seit Oktober 2008 besteht aus zwei Impulswellen und zwei Korrekturen. Alles zusammen misst bis April 2013 55 Monate, eine Fibonaccizahl. Von der Spitze im September 2011 sind bis April 2013 20 Monate vergangen. 21 wäre die exakte Fibonaccizahl. Weil diese Korrektur nicht mehr flach ist sondern steil wie diejenige Anfangs 2009 (sog. rule of alternation) ist es keine 4. Welle. Das ist die wesentliche Änderung durch die Intervention. Daraus lässt sich ebenso ableiten, dass noch mindestens 3 Impulswellen nach oben kommen müssen. Zeitlich kann das aber genau so schnell ablaufen, wie wenn nur eine kommen würde.


Grafik 14: Gold wöchentlich seit 1999 in US$.

Fibonacciprojektionen in die Zukunft für Gold:
Ab Boden April 2013: 5, 8 und 13 Monate ergäbe Sept. 13, Dez. 13 und Mai 14.
Ab Boden Okt. 2008: 5 Jahre dazu ergäbe Okt 2013.


Der Boden Feb. 2001 ist insofern wichtig, weil er 21 Jahre von der Spitze im Januar 1980 entfernt liegt. Er ist aber nicht der eigentlich Beginn des Bullmarktes, der liegt im August 1999, 235 (233 ist die exakte Fibozahl) Monate von Januar 1980 entfernt. Der Markt lässt sich nicht vorschreiben, ob er dem
Monats- oder Jahresrythmus folgt.


Ab Boden Feb. 2001: 144 Monate und 13 Jahre ergäben Feb. 2013 und Feb. 2014.
Ab Jan. 1980: 34 Jahre dazu ergäbe Jan. 2014
Ab Spitze Sept. 1869: 144 Jahre dazu ergibt Sept. 2013. Boden oder Spitze oder beides? Wird 2013 eine Spitze, dann wäre der Goldmarkt ab 1835 wieder im Jahresrythmus. Die um 2 Jahre verlängerte Korrektur von 1869 - 1879 (10 Jahre statt 8) und der um 1 Jahre längere Bullmarkt von 1999 – 2013 (14 statt 13 Jahre) werden korrigiert um den 1 Jahr kürzeren Bullmarkt von 1968 bis 1980 (12 Jahre anstelle von 13) und den um 2 Jahre kürzeren Bullmarkt von 1980 bis 1999 (19 Jahre statt 21 Jahre).
Ich erwähne diesen langen Zyklus deshalb, weil vom Silber-Hoch 1814 (Silber geht mit Lucas Zahlen, siehe oben erwähnten Newsletter) die Lucas Zahl 199 dazu addiert, 2013 ergibt. Die beiden Märkte wären wieder synchron. Gold und Silber sind aber bereits seit der Spitze im Mai 2006 synchron und sind es bis jetzt geblieben. Zeigen auch die Zeit-Projektionen für Silber auf eine allfällige Synchronität?


Lucasprojektionen in die Zukunft für Silber:
Ab Boden April 2013: 4, 7 und 11 Monate ergäben August 13, November 13 und März 14.
Ab Boden Okt 2008: 47 und 76 Monate Sept. 12 und Feb. 15. Beide liegen ausserhalb des Zeitfensters.
Boden Juni 2003: 123 Monate dazu addiert ergibt Sept. 2013.
Spitze 1814: 199 Jahre dazu ergibt 2013 (Jan. – August).
Die Zeitprojektionen für Silber fallen ziemlich genau zusammen. Die nächste Zeitperiode, für die das wiederum zutrifft, ist um 2020.


Diese Berechnungen mögen schön und gut sein. Aber eine Gold- und Silberpreisexplosion in so kurzer Zeit? Was könnte der Hintergrund sein? Es kommt nur eine Implosion des US$ und/oder des US Bondmarktes in Frage. Der US$ wurde in Punkt 1 diskutiert, der Bondmarkt folgt nach den Metallen. Hier noch einige Informationen zum Goldmarkt:


1. US Goldimporte und Exporte.


Sprott hat im März eine Studie veröffentlicht mit dem Titel: „ Do Western Central Banks Have Any Gold Left??? Part II.


Hier die wichtigsten Überlegungen:
Der Sprott-Analyst Kargutkar untersuchte die US Handelsstatistik 1991 bis 2012 auf Goldimporte und Exporte. Exportiert wurden 11'223 Tonnen und importiert wurden 5'504 Tonnen was einen Nettoexport von 5'504 Tonnen ergibt. Als zweites untersuchte er die Goldproduktion (aus Minen und Recycling ohne private Verkäufe) und den Verbrauch (Industrie, Schmuck, ETFs ohne private Käufe). Die Produktion beträgt für diesen Zeitraum 7'532 Tonnen und der Verbrauch 6'517 Tonnen was einen Überschuss von 1'014 Tonnen ergibt, der potentiell für den Export bereitstünde. Tatsächlich wurden aber 5'504 Tonnen exportiert, also besteht eine Diskrepanz von 4'490 Tonnen. Woher kommt dieses Gold? Weil private Käufe und Verkäufe statistisch nicht erfasst sind, lässt sich der Nachweis nicht erbringen, dass diese Verkäufe aus dem Schatzamt kommen (Das US Gold gehört dem Schatzamt, des Fed hält nur Zertifikate darauf). Aber was ist vor 1991 im Goldimport und Export gelaufen? Die Interventionen über den Londoner Gold Pool in 60er Jahren sind bekannt. Im Januar 1968 widerruft Präsident Johnson die Golddeckung des US$. Dieses Gesetz passierte den Kongress am 18. März 1968 und am 31. März gab Johnson bekannt, dass er nicht mehr als Präsident kandidiere. Die US halten offiziell 8'133.5 Tonnen Gold als Reserve, aber der Bestrand wurde seit 1956 (Eisenhower traute seinen Vorgängern nicht) nie mehr offiziell geprüft. Wie viel ist noch übrig? Versagt der Wille/Kraft zu Interventionen im Goldmarkt?


2. Comex Goldlagerbestände.
Die Comex Lagerbestände sinken weiterhin überdurchschnittlich. Weiss jemand mehr? Gilt das Comex-Warenlager als nicht mehr sicher?

3. Chinas Gold Importe aus Hong Kong.
Die erste Frage bei dieser Grafik ist: stimmen diese Zahlen? Der Autor der Webseite sharelynx.com hat mich persönlich auf der Hong Konger Aussenhandelsstatistik (monatlich 500 Seiten) herumgeführt und die einzelnen Posten gezeigt. Chinas Goldimport nimmt rapide zu, aber erst seit 2011. Die 572 Tonnen 2012 sind immerhin 20% einer Jahresproduktion.

4. Gold über 200 Jahre in US$

3. Silber
Der Silberchart in Grafik 15 zeigt wie oben diskutiert, wie koinzident der Silbermarkt zum Goldmarkt geworden ist. Die Dynamik des Silbermarktes ist das eine, schwierig wie bei allen Märkten. Das spezielle am Silbermarkt ist seine extreme Knappheit. Diese Knappheit ist im Preis überhaupt noch nicht zum
Ausdruck gekommen. Grafik 16 zeigt die Bestände in ETFs und Comex Open Interest korrigiert um die physischen Lager. Die ETFs sollten in Theorie physisch hinterlegt sein. Die Reglemente des US ETFs sagen aber, dass der ETF Preis den Preis des Silbers reflektieren müssen ( so von James Turk vor ein paar Jahren publiziert). Der SLV macht etwa 330 Mio Unzen aus. Ist er zumindest teilweise einfach im Comex gehegt?


Grafik 15: Silber monatlich.

Grafik 16: Silber in ETFs und Comex Open Interest.

Über den Comex sind ca. 780 Mio Unzen Silber verkauft über Futures. Zusätzlich dazu muss man die Optionen dazuzählen, die hier nicht enthalten sind. Die Menge Unzen über Optionen sind gleich noch mal soviel, nur weiss man nicht wie viel Puts sind und wie viele Calls. Haben die Stillhalter, die Verkäufer der Verträge, sich im physischen Markt abgesichert oder nicht? Das ist höchstwahrscheinlich unmöglich, weil gar nicht so viel Silber weltweit vorhanden ist. Es ist weit mehr Silber verkauft als weltweit vorhanden. Man rechnet mit 1 Milliarde Unzen Bestand. Allein in obiger Rechnung ohne Optionen und ohne private Barren- und Münzhaltung kommt man schon auf 1,4 Milliarden Unzen. Wer ist denn short und warum? Durch steigende Silberpreise will man keine Signalwirkung für das Gold. Angenommen das Fed ist eine Milliared Unzen Silber short bei einem Preis von 25 $US, was eine Summe von 25 Milliarden $ ergibt. Ist das ein Problem für das Fed bei einer Bilanzsumme von 3'000 Milliarden $US? So wird versucht, den Silbermarkt in Schach zu halten. Dieses Spiel wurde schon einmal versucht und es ging in die Hosen. Grafik 17 zeigt, wie 1977 das Warenlager 40 mal über Futures (ohne Optionen) verkauft war. Es kam zur Eindeckung und der Preis explodierte. Heute besteht nicht dieses Ratio, aber es ist weltweit viel weniger Silber vorhanden (Grafik 18), weil seit Jahrzehnten trotz steigender Produktion mehr verbraucht wird als produziert. (Grafik 19). Grafik 20 zeigt, wie China vom Exporteur zum Importeur geworden ist. Ob dahinter industrielle oder monetäre Nachfrage steht bzw. wie stark diese variieren, ist nicht klar.


Grafik 17: Silberpreis und Comex OI/Lager.

Grafik 18: Silberbestände.

Grafik 19: Produktion, Nachfrage und Defizit von Silber.

Grafik 20: Silberproduktion Chinas plus Nettoimporte.

Trotz all dieser bullischen Faktoren ist Silber sehr billig im Verhältnis zu Gold. Grafik 21 zeigt, wie es 1979 das Verhältnis mit der Eindeckung von ca. 37 auf 16 fiel. Seit dem Silberhoch 2011 ist das Verhältnis von 32 auf über 60 gestiegen. Ist das alles wegen der Interventionen? Was wenn die nicht mehr hält? Grafik 22 zeigt das technische Potential von Silber. Im ersten Bullmarkt von 1932 bis 1980 machte die Preisavance am Schluss in 2,5% der Zeit 90% des Preises. Das wird diesmal nicht wesentlich anders sein, potentiell noch extremer. Die obere Trendlinie verläuft in der Gegend von 700$US.


Grafik 21: Gold Silber Ratio

Grafik 22: Silber langfristig seit 1720, logarythmisch.

Rolf Nef, Manager Tell Gold & Silber Fonds“

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: www.tellgold.li

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