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Philharmoniker Depot

29.07.16 ETFs bremsen physische Nachfrage aus

Die starke Nachfrage nach Gold seitens institutioneller Investoren, die aus den Aktienmärkten in die Edelmetall-ETFs flüchteten, war der primäre Preistreiber für die Edelmetalle im ersten halben Jahr. Man sollte meinen, dass die physische Nachfrage auch explodiert sei, doch weit gefehlt, denn nach den neuesten Daten von GFMS ist die physische Nachfrage nach Gold das zweite Quartal in Folge eingebrochen. Der Rückgang beträgt 20% zum Vorjahr auf ein Sieben-Jahrestief, wobei die asiatische Nachfrage außerordentlich schwach war. Die chinesische Schmucknachfrage verblieb auch im zweiten Quartal im freien Fall mit einem Rückgang um 24,1% auf nur 83,8 Tonnen. In Indien lag die Nachfrage nach Schmuck 56% unter dem Vorjahr und die Investmentnachfrage 40% tiefer.

Die physische Nachfrage sank im ersten Quartal deutlich.

Der dramatische Einbruch der physischen Nachfrage wurde durch die ausgezeichnete Nachfrage für westliche ETFs verursacht. Die höheren Preise sorgten auch dafür, dass das Recycling von Gold enorm durch Verkäufe anstieg und das Gesamtangebot wuchs, obwohl es eine Kontraktion der Minenproduktion gab, was letztlich zu einem Überangebot an physischer Ware in Höhe von 771 Tonnen im ersten Halbjahr führte.

Die Nachfrage nach Gold-ETFs nahm diametral gegensätzlich um 568 Tonnen zu im ersten Halbjahr, wobei das meiste Geld nach London und Nordamerika floss. Diese Entwicklung überrascht uns etwas, doch zeigt sie auch, dass die ETFs nicht immer völlig mit physischer Ware gedeckt sein müssen. Gäbe es diese neuen leicht handelbaren Goldsubstitute nicht, so wäre der Preisanstieg wahrscheinlich noch stärker gewesen. Langfristig lässt sich aber prognostizieren, dass es mit dem Verfall des Kredit-/Papiergeldsystems vermehrt zu physischer Nachfrage kommen wird und die ETFs in einigen Jahren in der Zukunft als unsichere Vehikel gemieden werden sollten. Diese Abflüsse aus den ETFs hinein in echte Münzen und Barren wird die Notenbanken irgendwann vor eine Zerreißprobe stellen, wobei es dann wirklich zu einem physischen Engpass, begleitet von extrem starken Anstiegen am Gold- und Silbermarkt, kommen dürfte. Noch ist Zeit, um sich günstig mit Edelmetallen einzudecken und so gegen die kommende weitere Abwertung der Währungen abzusichern, um so von dem dann auch realen Anstieg profitieren zu können.

Die Zuflüsse in Gold-ETFs waren im ersten Halbjahr enorm hoch.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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