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Philharmoniker Depot

12.09.13 Die Ruhe vor dem Sturm? - Die Verschuldung

Die Verschuldung der USA gegenüber dem Rest der Welt und die Konsequenzen. Grafik 3 zeigt die vom Ausland gehaltenen US$ in der Form von Kontoguthaben oder Schuldpapieren im Zeitraum von 2003 bis 2013. In diesem Zeitraum sind etwa 9'000 Milliarden $US in die USA geflossen. Grafik 4 zeigt, wie die Wachstumsrate des Zuflusses ständig abnimmt, in der Krise von 2008 sogar negativ war. Dieser Rückgang des ausländischen Kapitalzuflusses wurde ab 2008 teilweise ersetzt durch die massiv expansive Geldpolitik des Fed, das vom Herbst 2008 bis jetzt für 2'600 Milliarden $US Staatsanleihen und Hypothekenpapiere kaufte. Verglichen mit dem Kapitalfluss in die USA ist das aber zu wenig, wie Grafik 5 zeigt. Bis 2007 war der Zufluss stets grösser als 1'000 Milliarden $. Die 2'600 Milliarden des Fed haben das Ausbleiben des Ausländischen Zuflusses nicht voll kompensiert. Darum kommt auch der Bondmarkt ins Rutschen und hat vom Bull zum Bär gedreht. (Grafik 6). Das ist deshalb äusserst gefährlich, weil die USA hoch verschuldet (Grafik 7) sind und steigende Zinsen nicht nur Obligationen sinken lassen, sondern alles, was über Zinsen bewertet wird, also vor allem Aktien und Immobilien (Grafik 8). Die Immobilien haben aber schon 2008 gedreht. Auf privaten Immobilien lasten etwa 10'000 Milliarden Dollar Hypotheken, wobei das Haus als Sicherheit dient für die Schuld. Sinkt der Hauspreis unter die Schuld, ist die der Kredit nicht mehr gedeckt. Neue Häuser müssen billiger werden, weil die Kreditkosten steigen. Im nächsten Abschnitt will ich die Situation im US-Aktienmarkt aufzeigen.


Grafik 3: US externe Verschuldung.

Grafik 4: Wachstumsrate der externen Verschuldung.

Grafik 5: Ausländischer Kapitalzufluss auf Jahresbasis pro Quartal gerechnet. .

Grafik 6: US 10 Jahre Treasury-Rendite, monatlich.

Grafik 7: Die Verschuldung der USA.

Grafik 8: US Immobilienpreise.

Der US Aktienmarkt gemessen am Dow Jones Industrial (andere Indexe ergeben andere Resultate) hat im Oktober 2007 seinen Top (Ende des Bullmarktes)
(Grafik 9) erreicht und stürzte in der Krise von 2008 ab. Das derzeitige neue Hoch ist nicht ein neues Ende des Bullmarktes, denn die Bewegung von März 2009 bis jetzt ist korrektiver Natur. Das neue Hoch ist vor allem der zusätzlichen Fed-Liquidität von 2'600 Milliarden Dollar zu verdanken. (Grafik 10). Von diesen 2'600 Milliarden sind aber 1'800 beim Fed geblieben (Grafik 11) auf den sog. excess Reserves. Excess Reserves sind Guthaben der Banken über die regulatorisch geforderten Reserven. Diese Mittel gehören nicht den Banken alleine, sondern auch ihren Kunden. Wie die Grafik zeigt, waren diese Reserven nie in der Geschichte so hoch. Sie stellen ein Potential dar, das in irgendwelche Anlagemärkte fliessen kann.
Aber zurück zum Aktienmarkt. Grafik 12 zeigt den Dow kurzfristig im Stundenchart. Die Bewegung nach unten ist klar impulsiv und die angefangene Gegenbewegung korrektiv. Der Top war am 2. August, der 7. August war der Tag des Princeton Zyklus. August 2013 ist der 54. Monat seit dem tief im März 2009. Die korrektive Erholung (seit 6. Sept.) fällt genau in dieselbe Phase des Mondkalenders wie 1929 und 1987 (entdeckt von Christopher Carolan). Zu diesen Dingen müsste man eine Menge ausholen, ich habe sie nur kurz erwähnt. Zusammengefasst bedeuten sie einfach, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gross ist, dass die Erholung von 2009 zu Ende ist und der Markt wiederum abstürzt. Grafik 13 zeigt den Dow seit 1789 in US$ gemessen.
Grafiken 14 und 15 zeigen den Dow Untility. Dieser hat bereits zwei mal mit impulsiven Bewegungen nach unten die Trendwende angezeigt, hat aber die untere Trendlinie noch nicht gebrochen. Ein Bruch dieser Linie wird eine heftige Reaktion zeigen. Der Dow Utility ist zinssensitiv und gilt als Vorläufer der Zinsentwicklung. In Grafik 15 wird sehr deutlich, wie der Bearmarkt Ende 2007 begonnen hat.


Grafik 9: Dow Jones Industrial

Grafik 10: Monetäre Basis Fed seit 1919.

Grafik 11: Excess Reserves

Grafik 12: Dow Jones stündlich.

Grafik 13: Dow seit 1789.

Grafik 14: Dow Utility täglich.

Grafik 15: Dow Utility wöchentlich.

Die Situation im US-Aktienmarkt habe ich vor allem auch deshalb gezeigt, weil ein Absturz das Fed-Verhalten beinflusst. Das Fed ist massiv expansiver als die andern grossen Notenbanken EZB und BoJ (Grafik 16) und scheint anzuhalten, obwohl die Rede davon ist, die Expansion einzuschränken. Warum hat sich das nicht stärker in einem schwächeren Dollar ausgewirkt? Der Hauptgrund liegt in den oben erwähnten „excess resereves“, d.h. der grösste Teil der neu geschaffenen Liquidität ist (noch) nicht marktaktiv geworden, sondern liegt beim Fed. Der Entscheid wohin diese Mittel fliessen werden, liegt bei den
Besitzern. Tendenziell hat aber die exzessive Ausweitung der monetären US$ Basis eine Schwächung des Dollars zur Folge. Grafiken 17, 18 und 19zeigen die technische Situation des Dollar Index. Seit 2008 korrigiert er nach der langen Baisse von 2000. Das ergibt ein Verhältnis von 8 Jahren Baisse zu 5 Jahren Korrektur, ein sehr häufig gesehenes Zeitverhältnis. Ein Bruch der Trendlinie bei 80.4 (aktuell 80.8) wird den Aufwärtstrend seit 2011 beenden. Der nächste Widerstand liegt dann bei 75 an zwei Trendlinien, wobei die eine bis 1979 zurückreicht. Ein Bruch dieser Linie wird zu einem Wasserfall und einer Dollarkrise führen. Grafik 20 bestätigt diese Sicht am Chart des Euro-Dollars. Dieser formt ein grosses Dreieck seit 2008 und ist unterhalb wichtiger Trendlinien. Grafiken 21 und 22 zeigen die Schweden Krone zum US$. Sie eignet sich besonders für technische Analyse. Ähnlich zum Dollar-Index führt der Bruch der unteren Trendlinie, die zurück bis 1979 geht, ebenfalls zu einem heftigen Einbruch. Grafik 22 zeigt das kurzfristige Bild, wie die Schweden Krone ein Megaphon bildet,.
Grafik 23 zeigt noch Dollar-Pfund sehr langfristig. Der Boden im Pfund war 1985 und es erfolgte ein erster Anstieg bis 1988. Seither hat eine riesige Korrektur stattgefunden und bildet das Potential für einen weiteren Anstieg. Die Trendlinie vom Hoch 2007 ist bereits gebrochen noch nicht aber das Dreieck von 2007.
Es ist diese Situation des US$, die zu für eine Edelmetallexplosion ins 2014 spricht. Denn Währungszusammenbrüche gehen schnell. Es ist schwierig sich vorzustellen, dass der Bruch der untern Trendlinie beim Dollarindex noch bis 2020 Zeit hat. Aber noch nie hatte eine Währung solche Reservefunktion wie der US$ und noch nie waren die Bestände so hoch. Das Bilden der Reserven führt zu einem Kapitalzufluss in die USA, weshalb diese eine expansivere Geldpolitik haben können als der Rest der Welt, ohne dass die Währung einbricht. Schon das Versiegen der Kapitalzufuhr erzeugt Druck auf dem Dollar, geschweige wenn Reserven zurückgezogen werden. Aber Reserven wären ja dazu da, einmal gebraucht zu werden. Vor 1944 (Bretton Woods) war stets Gold Reserve was das Erdzeugen solcher Papier-Reserve-Positionen verhinderte. Die gesamte je geförderte Goldmenge ist mit 5 Milliarden Unzen bewertet zu 1'400 $ 9'000 Milliarden $ wert. Das ist deutlich weniger als die vom Ausland gehaltenen US$ im Wert von 15'000 Milliarden $US. Die Notenbanken halten Maximum eine Milliarde Unzen oder 1'400 Milliarden US$. China alleine hält 1'200 Milliarden $ in Treasuries. Das freie Gold (ohne Schmuck, Industrieverbrauch und Notenbanken) ist auch etwa eine Milliarde Unzen oder 1'400 Milliarden $. Die eine Milliarde Unzen Silberbestand aber nur 23
Milliarden Dollar. Alleine aus dem Dollarraum muss nur eine Fraktion der vom Ausland gehaltenen Dollars (15'000 Milliarden) oder der excess Reserves (1'800 Milliarden) in die Edelmetalle fliessen um diese zu massiven Preisavancen zu bringen. Ein fallender Dollar ist eine der grössten Motivationen dazu. Das gilt auch für $-Inländer.


Grafik 16: Monetäre Basen Fed, EZB und BoJ.

Grafik 17: Dollar Index wöchentlich.

Grafik 18: Dollar Index täglich.

Grafik 19: Dollar Index monatlich.

Grafik 20: Euro-Dollar wöchentlich.

Grafik 21: Dollar-Schweden Krone monatlich.

Grafik 22: Dollar Schweden Krone täglich.

Grafik 23: Dollar-Pfund.

Rolf Nef, Manager Tell Gold & Silber Fonds“
www.tellgold.li

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