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Philharmoniker Depot

18.04.12 Die amerikanische Berliner Mauer

Die Berliner Mauer war eine aus Stein und Zement gebaute, reale Mauer, die Ost- von West Berlin trennte und ein Symbol des Sowjetimperiums war. Ihr Zusammenbruch 1989 hatte wenig reale Bedeutung, aber symbolisierte den Zusammenbruch der DDR und des Sowjetimperiums.
Was meine ich mit der amerikanischen Berliner Mauer? Für mich ist die amerikanische Berliner Mauer die untere(n) Trendlinie(n) in Grafik 1, die den Dollar-Index seit 1970 zeigt. Fällt der Dollar unter diese Linie, findet aller Erfahrung nach ein wasserfallartiger Einbruch dieser Währung statt. Diese Linie ist zwar nur symbolisch, aber von eminenter realer Bedeutung im Gegensatz zur sowjetischen Berliner Mauer, denn sie wird die US Lebenshaltungskosten dramatisch verteuern. Aber nicht nur die Lebenshaltungskosten der US Bevölkerung werden massiv steigen, die Kosten des Imperiums werden nicht mehr tragbar sein. Allein die Geheimdienste kosten so viel, wie die Chinesen fürs Militär ausgeben.
Wie nahe ist der Dollar an diesem Absturz und wie tief wird er fallen? Grafik 1 sagt viel darüber aus. Die blaue (obere) Linie ist die Nackenlinie einer seit 1995 (Beginn linke Schulter) aufgebauten Kopf-Schulter Formation. Sie erfüllt die Anforderungen perfekt, nur an der rechten Schulter geht es nicht mehr schulbuchmässig zu: normalerweise erholt sich der Preis nach dem Durchbruch durch die Nackenlinie noch einmal und stürzt dann ab. Hier aber tut er es gleich drei mal. Die ersten beiden male durchstösst er die Nackenlinie sogar nochmals nach oben. Erst beim dritten mal schafft er das nicht mehr. Die Bildung der linken Schulter dauerte von 1991 bis 1995, also vier Jahre. Die Bildung der Rechten Schulter begann im Dezember 2004, durchstiess die Nackenlinie nach unten im Oktober 2007, erreichte das Tief im März 2008 und konsolidiert seither um sich bereit zu machen für den Absturz. Der eigentliche Rubikon ist aber die rote Linie, die etwas weiter unten durchgeht. Sie startet im Oktober 1978 ist also 34 Jahre alt. 34? 34 ist eine Fibonacci-Zahl, die man sehr häufig in Wachstumsprozessen findet und ein Hinweis, dass den Absturz zeitlich
unterstützt. Das Ausbilden der rechten Schulter dauerte also doppelt so lange dasjenige der linken Schulter. Aus meiner Sicht ist diese Ausdehnung künstlich, weil ein Dollarabsturz einen massiven Machtverlust bedeutet. Je länger der Stau anhält, umso heftiger wird der Absturz.
Im kurzfristigen Bereich (Grafik2) hat der Index Mitte Januar 2012 sein Höchst erreicht. Der erste Einbruch durchbrach die Trendlinie seit September 2011 nicht und ist jetzt kürzlich zum fünften ! mal angestossen. Wir diese Trendlinie durchbrochen, geht es schnell Richtung 74, der Bereich, wo die rote Rubikonlinie durchgeht und wo es heiss wird. Die Kopf-Schulter Formation in Grafik 1 hat eine Höhe von 40 Punkten. Um so viel wird der Index aller Erfahrung nach abstürzen und aller Erfahrung nach schnell, wie die Grafiken zur Währungskrise von 1997 in Asien und 2008 in Island zeigen.
Sehr aufschlussreich ist auch der COT (blaue Linie) (Grafik 3) zum Euro-$ Devisenterminmarkt. Noch nie hatten die kommerziellen Händler so viele Euros vom Markt gekauft, noch nie war der Markt so short Euro wie jetzt. Aber das Preismuster des Euros zum US$ ist klar eine bullische Flagge. Über 1.35 wird es zu einem short-squeeze kommen: der Markt wird gezwungen einzudecken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat es auch politische shorts, hinter denen das US-Treasury oder das Fed stehen. Natürlich hat der Euro und die EU riesige, unlösbare Probleme, aber das hat der Dollar auch. Auch kommt meine Analyse klar zum Schluss, dass im Sommer 2010 die Korrektur zu Ende war, seither ist der Absturz mit Propaganda und Interventionen verhindert worden.
Grafik 1: US$-Index

Grafik 2: Dollar Index täglich

Grafik 3

Die Grafiken 4 und 5 zeigen die beiden asiatischen Währungen Thai Bath und Malaysia Ringgit und wie diese in der asiatischen Währungskrise von 1997 in etwa drei Monaten sich halbierten. Der Hintergrund waren grosse, kurzfristige Kredite in US$ an diese Länder, welche dessen Banken benutzten, langfristig in lokaler Währung im Inland auszuleihen. Das Ungleichgewicht war perfekt und glich sich aus. Die Krise um Island (Grafik 6) war nicht viel anders. Einige wenige Banken blähten ihre Bilanzen auf, verliehen langfristig und lehnten kurzfristig aber bei Währungskongruenz und in verschiedenen Währungen. In der Krise von 2008 kamen die Rückzüge der Einleger und die Notenbank musste einspringen, hatte aber nur die eigene Krone.
Auch die Situation der USA ist die eines riesigen, über Jahrzehnte gewachsenen Ungleichgewichts. Das chronische Leistungsbilanzdefizit hat zu riesigen Dollarguthaben in ausländischen Händen geführt (Grafik 7). Der Markt für Dollarguthaben ist weitgehend gesättigt. Die US-Wertschriften, die in ausländischen Händen sind, aber beim Fed liegen, wöchentlich rapportiert werden und einen Umfang von 3500 Mia $ haben und deshalb ein guter Indikator für das Gesamtvolumen von etwa 12'000 Mia $ sind, wachsen nicht mehr (Grafik 8). Täglich kommen 2 Mia US $ aus dem Handelsbilanzdefizit auf den Markt, wo zusehends die Investoren fehlen. Verkäufe in einen leeren Markt erzeugen die bekannten Wasserfälle.
Grafik 4: Dollar-Thai-Bath

Grafik 5: Dollar Malaysia Ringgit

Grafik 6: Dollar Island Krone

Grafik 7: Finanzdollars in ausländischen Händen.

Grafik 8: von Ausländern gehaltenen Wertschriften und deren Wachstum.

Ein Dollarabsturz wird enorm sein nicht nur für Anleger, die in Dollars anlegen, sondern auch für Konsumenten, die ihr Gehalt in US$ beziehen. d. h. vor allem für US-Amerikaner, aber auch für die Chinesen, die ihre Währung an den Dollar
gebunden haben. Benzin ist ein wichtiger Grundstoff, dessen Verteuerung das Leben in USA zum Ächzen bringen kann. Marchionne’s (FIAT-CEO) Strategie, den Amis Italo-Rucksäcke (schweizerisch für den FIAT 500) zu verkaufen, wird noch aufgehen. Allein der Chart (Grafik 9) von Benzin verrät, wie teuer Benzin in $US schon geworden ist. Aber er verrät auch, wie bullisch sich Benzin verhalten wird, ist die obere Trendlinie einmal gebrochen. Natürlich kann das auch wegen eines Irankrieges der Fall sein. Der Chart der Soyabohnen (Grafik 10) sieht mindestens so bullisch aus wie Benzin, hat aber nichts mit der Kriegsgefahr zu tun. Ein Ausbruch aus dem Dreieck wird den Preis erst recht in die Höhe katapultieren. Dass damit ein schwacher Dollar mitgehen muss, ist fast zwingend. Hätte man seine Reserven in Gold gehalten statt in Dollars, wäre man für Soayabohnen wie für Benzin gut gefahren. (Grafiken 11 und 12). Damit ist das Kernproblem angesprochen: was sind Reserven? Zum ersten mal in der Geschichte ist eine Währung- der US$ - Reserve. Aber offensichtlich eine Schlechte, wie alleine die Grafiken von Soya und Benzin zeigen. Der Markt wird sich dessen immer bewusster und stockt den Dollar als Reservemedium nicht mehr auf (Grafik 8). Kommt es zu einem Ausverkauf des Dollars, wird kaum eine andere Währung einspringen, dafür aber Gold und Silber.
Grafik 9:

Grafik 10: Soyabohnen

Grafik 11: Benzin in Gold

Grafik 12: Soyabohnen in Gold

Grafik 13 zeigt den gegenwärtigen Bullmarkt von Gold in US$, der 1999 startete. Obwohl der Markt seit 1999 eine fünf-Wellen Struktur produzierte, kann das nicht das Ende sein. In US$ hat er sich nur ver-8-facht, in den 70er Jahren ver-24-fachte sich Gold in 12 Jahren. Grafik 14 zeigt, dass die Korrektur, die im September 2011 begann, bereits im Dezember beendet war. Weil aber die Korrektur der ersten Welle nach oben immer noch anhält, ist die Empfindung, als würde die Korrektur seit September anhalten. Grafik 15 zeigt, dass im Vergleich zu den 70er Jahren noch kaum Momentum in den Markt gekommen ist. Das Momentum ist als simple prozentuale Änderung des Preises über 12 Monate dargestellt. Nicht einmal die Höhe von 1974 wurde erreicht. Grafik 16 zeigt Stadt-Zürcher Immobilien pro Quadrameter Bodenfläche (Büro und Wohnungen gemischt) in Gold und Franken. In Franken steigt der Preis immer noch, in Gold hat er sich bereits halbiert. Derzeit steht der Preis zum dritten mal am untern Trendkanal an. Ich gehe davon aus, dass er nach unten brechen wird. Im Bullmarkt wurden diese Immobilien 30 mal teurer in Gold gemessen und etwa 175 mal in Franken. Auch sind für Stadt Zürcher Immobilien 77 Mia Franken Schuldbriefe in den Grundbüchern eingetragen, was aber nicht heisst, dass so viele Schulden auf den Häusern lastet. Trotzdem wächst diese Zahl immer noch. Immerhin ist das mehr als das Doppelte des weltweiten Silberbestandes. Noch ein Wort zu den Minen: Grafik 17 zeigt ineinander verknüpfte Goldminenindexe seit 1890 relative zu Gold. Man kann es drehen
will, wie man will: seit April 1968 ist Gold stärker als diese Indexe. Vorher waren die Minen massiv stärker. Es gibt kein Anzeichen, dass dieses Verhältnis zu Gunsten der Minen am drehen ist. Es heisst auch nicht, dass einzelne Minen trotzdem sehr stark sein können.
Grafik 13:

Grafik 14: Gold

Grafik 15: Gold und Momentum

Grafik 16: Zürcher Immobilien in Gold und Franken

Grafik 17: Goldminenindex relativ zu Gold

Silber
Silber hat wie Gold den Bulltrend ebenso im Dezember 2011 wieder aufgenommen, hat aber die obere Trendlinie noch nicht durchbrechen können (Grafik 18 und 19). Wird diese einmal durchbrochen, stehen wilde Zeiten bevor. Einem einfallenden Dollar stehen einerseits die einzigen monetären, für Reserven geeignete Metalle Gold und Silber gegenüber. Andrerseits muss der Silbermarkt schon heute ausverkauft sein, wie die Analyse des COT (commitment of traders) in Grafik 20 zeigt: mit dem Anfang des Bullmarktes ab Juni 2003 stiegen auch die Anzahl abgeschlossener Terminverträge, was nichts als natürliches Marktverhalten ist. Aber sehr früh begannen die Anzahl ausstehender Verträge zu sinken, obwohl der Preis weiterhin stieg, vor allem ab Herbst 2010, als der Preis stark anzog. Offensichtlich konnten von da an die kommerziellen Händler die Nachfrage nach Terminsilber nicht nur nicht mehr befriedigen, sondern verkürzten ihre Positionen. Waren sie short Silber und konnten kein physisches Material finden, um die Position abzusichern? Fanden sie kein zusätzliches Material, um es per Termin zu verkaufen? Das ist sicher die viel wahrscheinlichere Interpretation, als dass die longs, die sog. Spekulanten, Gewinne mitnahmen. Grafik 21 zeigt nämlich, das sich der Goldmarkt völlig anders verhielt. Die blaue fallende Kurve ist die Position in Mio Unzen der kommerziellen Händler. Typisch wie die Position vor 1999 – also vor dem Start des Bullmarktes - long war, also der Markt war short Gold. Mit dem Bullmarkt verkauften die Kommerziellen immer mehr Terminkontrakte an den Markt,
konnten sich aber offensichtlich absichern im physischen Markt. Aber auch im Goldmarkt hat die Menge verkaufter Kontrakte plötzlich aufgehört zu steigen, obwohl der Preis des Goldes immer noch stieg. Nahm der Markt Gewinne mit oder fanden die kommerziellen kein physisches Gold mehr um sich abzusichern? Das ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist viel mehr, dass Gold sich klassisch verhalten hat, weil es davon viel mehr gibt und Silber mit der umgekehrten Begründung sich nicht klassisch verhalten hat und die geringen physischen Bestände wahrscheinlich in sehr festen Händen sind.
Auch die fundamentale Bewertung von Silber im Verhältnis zu Stadt-Zürcher Immobilien (Grafik 22) zeigt ähnlich wie Gold, dass Silber in einem Bullmarkt ist nicht nur gegen Papierwährungen, sondern gegen andere, physische Vermögenswerte. Silber ist hier um das 3,6-fache gestiegen, aber hat den Wertverlust seit 1900 noch bei weitem nicht aufgeholt. Silber ist von 1900 bis 1992 um den Faktor 60 ! (Gold 30) gefallen, relativ zu Stadt-Zürcher-Immobilien. Letztes Jahr wurden im Durchschnitt über 7'000.- CHF bezahlt für einen Quadratmeter Immobilien.
Grafik 18

Grafik 19

Grafik 20

Grafik 21

Grafik 22: Zürcher Immobilien in Silber und Franken

Auch das Verhältnis des Gold- zum Silberpreis seit 1960 ist aus technischer Sicht sehr aufschlussreich. Grafik 23 zeigt dieses Verhältnis seit 1960 mit Monatsendkursen. Diesen muss man so interpretieren, dass die Fahrt erst beginnt, wenn die untere Trendlinie - etwas über 30 – durchbrochen wird. Verwendet man aber die Tageschlusskurse (Grafik 24), so kommt man zu einem bullischeren Resultat. Die untere Trendlinie ist eine Nackenlinie einer grossen Kopf-Schulter-Formation, die bereits durchbrochen wurde und auch bereits zur Nackenlinie zurückgekehrt ist. Grafik 25 zeigt dieses Verhältnis nochmals im Tageschart, aber in einem viel kürzeren Zeitrahmen. Deutlich sieht man, wie Silber ab Ende April 2011 gegen Gold korrigierte und den Bulltrend im Dezember 2011 wieder aufnahm, dann ab Ende Februar 2012 abermals korrigierte. Bricht diese letzte Trendlinie, wird die Wahrscheinlichkeit, dass es heftig wird, sehr gross. Grafik 26 zeigt die letzte Korrektur im 4-Stunden-Chart: die Korrektur ist wahrscheinlich zu Ende, aber der Trend ist noch nicht gebrochen.
Grafik 23: Gold Silber Preisverhältnis

Grafik 24

Grafik 25

Grafik 26

Was bracht es, dass der Startschuss fällt ? Nichts muss passieren, es passiert einfach. Die Short-Eindeckungen im Dollar müssen grösser werden als die Interventionskraft der politische Intervention. Weil diese Kraft schon lange limitiert ist, wird die Propaganda zunehmen. Erwarten Sie weitere Angriffe auf Italien und Spanien um den Euro zu schwächen und um die amerikanische Berliner Mauer aufrecht zu halten.
Die Strategie des „Tell Gold & Silber Fonds“
Es ist die erklärte Strategie des „Tell Gold und Silber Fonds“ auf der richtigen Seite der amerikanischen Berliner Mauer zu stehen diesen wilden Ritt im Silbermarkt mit einem hohen Anteil (derzeit nur ca. 12%) an Silber Kauf Optionen zu partizipieren. Der derzeitige Hebel liegt ca. 30, weil viele Optionen einen Bezugspreis von 50$ haben mit Laufzeit Juni 2012 (siehe Fact-sheet www.tellgold.li ) Die Strategie „Halten“ wird durchgezogen und keine Rollmanöver mit den Optionen unternommen, um den hohen Anteil Unzen Silber über Optionen pro Anteilschein zu erhalten, denn der Markt sieht zu bullish aus. Für den Investor bedingt das eine hohe Bereitschaft zu Volatilität und Risiken.
Mit freundlichen Grüssen
Rolf Nef, Manager Tell Gold & Silber Fond
www.tellgold.li
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