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Philharmoniker Depot

01.12.14 Das Ziel der Gold-Initiative: Gold statt Euro!

Und genau diese Tatsache war den Initiatoren der Gold-Initiative ein Dorn im Auge. Ins Leben gerufen von Politikern der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), hatte die Gold-Initiative drei Kernforderungen: Die Schweizerische Nationalbank sollte erstens gesetzliche dazu verpflichtet werden, 20% ihrer Aktiva in Gold zu halten, das zweitens unverkäuflich sein und drittens zu 100% in der Schweiz gelagert werden sollte.

Gold war der sichere Hafen, der das Vermögen der Schweiz vor dem finanziellen Abgrund des Euro bewahren sollte. Die SVP ist als rechtspopulistische Partei, wie alle anderen rechtspopulistischen Parteien in und um den Euroraum auch, traditionsgemäß anti-Euro eingestellt. Folglich plädierte die Gold-Initiative ebenso traditionsgemäß für Gold als Garant für den Wohlstand und die Unabhängigkeit der Schweiz und gegen den wachsenden Anpassungsdruck der EU.

Die SNB selber war der Hauptgegner der Initiative

Diese Meinung war finanzpolitisch allerdings auf Treibsand gebaut und einer der prominentesten Gegner der Gold-Initiative war der Nationalbankpräsident Thomas Jordan selber. Noch letzte Woche warnte er die Schweizer vor den Folgen einer Zustimmung und bezeichnete die Gold-Initiative als „unnötig und gefährlich". Eine gesetzliche und unverkäufliche Mindestreserve an physischem Gold begrenze „den Raum für geldpolitische Maßnahmen" und mache es für die SNB schwierig, vor allem in inflationären Krisenzeiten zu intervenieren und für die Preisstabilität zu sorgen.

Derzeit gebe es „keine Verbindung zwischen Preisstabilität und dem Goldanteil in der Bilanz der SNB", so Jordan. Die Devisenkäufe allerdings tragen direkt zu Preisstabilität, in dem Falle zum Schutz vor Deflation, bei und schützen die schweizerische Wirtschaft vor explodieren Exportpreisen. Die Gold-Initiative führte ihre eigenen Grundsätze also ad absurdum.

Jetzt dürfte sich der Euro wieder erholen

Das leuchtete der großen Mehrheit der Schweizer ein und die Initiative ist nun abgelehnt. Damit dürfte sich nun auch langsam der Druck legen, der seit dem Zwischenhoch Anfang Oktober auf dem EUR/CHF-Kurs liegt. Zwar funktionierte die verbale Intervention der SNB vor zwei Monaten kurzfristig, aber dann sank der Kurs im Hinblick auf die anstehende Abstimmung doch unter 1,2050CHF.

Oberhalb der 1,2040 können Sie im EUR/CHF wieder long gehen

Wie der Stundenchart der letzten Woche jedoch deutlich zeigt, startete der Euro zu Handelsbeginn heute mit einem deutlichen Aufwärtsgap in die Woche und setzte damit ein klares bullishes Signal. Es bleibt abzuwarten, ob der Abstand zwischen 1,2015 und 1,2025 verteidigt werden kann. Fällt der Kurs unter die 1,2025, dann wäre das bullishe Signal neutralisiert. Kann der Euro die Unterstützung aber halten, dann dürfte der Kurs erneut Anlauf auf die 1,2040 nehmen. Auf Tagesbasis kommen oberhalb der 1,2040 die 1,2050 als nächster Widerstand in den Fokus und oberhalb davon hätten Euro und SNB wieder Luft und Gelegenheit zum Aufatmen.

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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