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Philharmoniker Depot

10.05.16 Abschaffung der 500-Euro-Banknote beschlossen

So, am heutigen Dienstag geht es einmal mehr um die Thematik „Bargeldverbot". Leider. ... Und leider stirbt das Bargeld, die „geprägte" Freiheit in Scheibchen. Langsam, schleichend, zäh. Der Anfang des Endes wurde vergangene Woche ja mit der nun offiziell beschlossenen Abschaffung der 500-Euro-Banknote markiert. Irgendwie erinnert das Ganze verheerend an Walter Ulbricht. Noch tönt es ja von Seiten der Verantwortlichen, dass es nicht beabsichtigt sei, das Bargeld abzuschaffen.

Naja, die Botschaft hört man gern, der Glaube daran ist allerdings gänzlich abhanden gekommen. Leider.

Kritik aus deutschen Landen

Immerhin regt sich nun auch mit Blick auf die Abschaffung des 500-Euro-Scheins Widerstand, zumindest etwas Kritik aus deutschen Landen. Und diese kommt auch aus dem Finanzbereich. Immerhin. Herr Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) sagte laut Reuters, dass mit diesem Schritt die EZB weitere Schritte der Bargeldbegrenzung salonfähig machen würde. Herr Fröhlich bezeichnete die EZB-Entscheidung als "nicht nachvollziehbar und ungeschickt" in Zeiten, "die durch zunehmendes Unverständnis der Bevölkerung gegenüber der europäischen Geldpolitik geprägt seien".

Kritik vom neuen Ifo-Chef

Kritik an der Entscheidung kommt aber nicht nur aus der Finanzbranche. Auch einige Ökonomen meldeten sich zu Wort. Der neue Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erklärte laut Reuters:

"Es muss der Eindruck entstehen, dass der Hauptgrund der Abschaffung das Ziel ist, die Zinsen weiter in den negativen Bereich zu bringen."

Bargeld kenne keine Negativzinsen, elektronische Konten schon. Zur Erinnerung, der EZB-Rat hat ja im März beschlossen, den Einlagensatz auf MINUS 0,4 Prozent zu reduzieren. Banken müssen damit noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Überschüssliquidität über Nacht bei der EZB parken wollen. Über kurz oder lang werden die Banken wohl es kaum vermeiden können, dass die biederen Sparer mit Negativzinsen „beglückt" werden.

Und in dem Kontext kommen einem abschließend folgende weise Worte des Ex-Chefökonoms der UBS, Andreas Höfert, in den Sinn. Herr Höfert ist leider im Herbst 2015 plötzlich verstorben:

»Ein vollelektronisches Geldsystem - völlig transparent, ohne jeglichen Schutz der Privatsphäre bei Transaktionen und mit dem ständigen Risiko einer Enteignung durch den Staat - bedeutet, dass Geld kein privates Eigentum mehr sein wird. Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.«

ps.: am kommenden Samstag findet ab 11.00 Uhr in Frankfurt am Main an der Hauptwache eine Kundgebung zum Erhalt des Bargelds statt. Wer es einrichten kann, ist herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

pps.: https://www.volkspetition.org/petitionen/bargeldverbot-stoppen/

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: http://archiv.investor-verlag.de

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