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Philharmoniker Depot

28.11.15 US-Wirtschaft: Die schockierende Realität

Seit Jahren steigen die US-Aktienkurs munter in den Himmel. In letzter Zeit hapert es ein bisschen, aber eigentlich glaubt doch kaum einer, dass es jetzt schon Schluss sein könnte mit dem strammen Aufwärtstrend. Doch in Wahrheit mehren sich die Signale die für eine Trendumkehr sprechen.

Gewinne und Gewinnmargen driften auseinander

Quelle: Torsten Slok, Deutsche Bank

Sehen Sie sich nur einmal dieses Bild an. In rot dargestellt ist die Entwicklung der Gewinne der US-Unternehmen im S&P 500. In blau die Entwicklung der Nettogewinnmarge selbiger Unternehmen.

Schockierend ist die extreme Lücke, die sich seit dem vergangenen Jahr aufgetan hat (markiert in pink). Das ist einfach nicht mehr normal.

Rückkehr zur Normalität wird schmerzhaft

In den Wirtschaftswissenschaften kennen wie die so genannte Mean Reversion oder Rückkehr zum Mittelwert. Es ist eine Theorie, die besagt, das alles und eben auch der Markt die Tendenz hat, nach Übertreibungen wieder zum Mittelwert zurückzufinden. Das hat fast etwas spirituelles: nach extremen Ausschlägen braucht es früher oder später wieder Ausgeglichenheit und Balance.

Jeremy Grantham ist einer der wichtigsten Köpfe in der Finanzwelt der Gegenwart. Der britische Investor und Fondsmanager hält das aktuelle Ungleichgewicht in den Gewinnmargen der US-Unternehmen für sehr bedenklich. Seiner Meinung nach sind es gerade die Gewinnmargen die in einem gesunden System die Theorie der Mean Revesion bestätigen. Denn diese, so Grantham, streben immer danach sich wieder in der Nähe ihrer Durchschnittswerte einzupendeln. Denn in einer gesunden Volkswirtschaft müssten hohe Gewinnmöglichkeiten den Wettbewerb anheizen, wodurch die Gewinnmargen von ihren Extremwerten herunter kommen können. Wenn das nicht funktioniert, dann, so Grantham, läuft im System etwas komplett falsch.

Was da so bitter falsch läuft, ist Ihnen bestimmt ebenso klar, wie mir: die US-Notenbank FED!!

Die Nullzinspolitik der FED hat vor allem dafür gesorgt, dass die US-Unternehmen sich übergünstig refinanzieren können. Alte Schulden wurden abgelöst., neue Schulden mit geringerer Zinslast wurden gemacht. Aber diese neue Schulden werden auch wieder fällig. Und wenn dann das Zinsniveau höher ist (weil die FED ja die Zinsen anheben will/muss/kann/sollte), wird die weitere Refinanzierung schmerzhaft, und schmerzhafter und noch schmerzhafter werden. Denn jedes Mal müssen die US-Unternehmen dann doch wieder drauf zahlen. Am Ende wird es dann zwar zu der Bereinigung kommen, die es schon längst gebraucht hätte, indem Unternehmen mit schwachem Geschäftsmodell eben gehen oder sich verändern müssen. Doch nach all den Jahren des Hinauszögerns wird es nur umso schmerzhafter werden.

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: http://www.investor-verlag.de

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