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03.07.13 Barrick Gold verschiebt Fertigstellung von Pascua-Lama und kündigt neue Mega-Abschreibungen an

Die neuen Hiobsbotschaften sind weitgehend in den Kursen eingepreist. Seit Jahresanfang hat der weltgrößte Goldproduzent schließlich schon mehr als die Hälfte an Börsenwert eingebüßt. Es war nach dem schlechten Newsflow und den vielen schwerwiegenden Rückschlägen in den letzten Monaten bereits erwartet worden. Nun rudert der nur noch nach Minenausstoß weltgrößte Goldproduzent Barrick Gold (WKN 870450) hinsichtlich der Projektentwicklung der massiven Pascua-Lama Lagerstätte auch offiziell zurück.

Ursprünglich sollte die Gold- und Silber-Produktion in einer gewaltigen, neuen Mine bereits zwischen 2012 und 2013 auf Pascua-Lama aufgenommen werden. Nach zahlreichen, neuen Auseinandersetzungen und Problemen mit der lokalen Bevölkerung, staatlichen Behörden und Aktivisten wurden diese Pläne aber schnell verworfen. Noch im 1. Quartal 2013 war Barrick aber noch fest überzeugt, die Produktion zwischen Mitte-Ende 2014 aufnehmen zu können.

Und wieder können die ursprünglichen Ziele nicht eingehalten werden. Dieses Mal wird der Fahrplan und die Kostenkalkulationen sogar radikal überarbeitet, was eventuell sogar eine Exit-Strategie bis in einigen Monaten nach sich ziehen könnte. Denn es steht bis dato weiter noch überhaupt nicht fest, ob Pascua-Lama jemals zu einer rentablen Gold- und Silbermine wird bzw. ob die Produktion in diesem Zyklus noch anläuft. Zu groß sind die Widerstände vor Ort und zu unsicher ist weiterhin die Lage.

Fürs Erste verschiebt Barrick Gold den Projektstart nun auf Mitte 2016. Diese erheblichen Verzögerungen, Kapitalaufwendungen und der immense Produktionsausfall, der daraus resultiert, werden nun für den Senior zu enormen Abschreibungen und Wertkorrekturen führen. Denn Barrick hat bis dato nicht nur viel Zeit und Vertrauen bei Pascua-Lama verloren - sondern insbesondere auch eine Menge Geld.

So kündigt der angeschlagene Goldriese am Freitag an, bis zu 5,5 Mrd. USD an neuen Abschreibungen vorzunehmen. Genaue Daten sollen in den nächsten News bekannt gegeben werden. Die immense Abschreibungssumme resultiert insbesondere aus der wahrhaftigen Explosion der Entwicklungs- und Konstruktionskosten für Pascua-Lama. Ursprünglich sollte die Mine mal 3 Mrd. USD kosten. Nun sind mindestens 9 Mrd. USD realistisch.

Barrick gibt in den jüngsten News außerdem bekannt, die Investitionssumme für Pascua Lama in 2013 deutlich zu reduzieren. Dies wird sich vorerst positiv auf den Cashflow des Unternehmens und bei den Kassenbeständen widerspiegeln. Ob es für Barrick Sinn macht, wirklich an PL festzuhalten, wurde in den letzten Monaten bereits sehr kontrovers diskutiert.

Das große Problem hierbei ist nicht einfach der reine Exit, sondern vor allem die Folgeschäden. Pascua-Lama ist und bleibt ein elementares Wachstumsprojekt für den Konzern, das bis dato noch nicht ersetzt werden kann. Zudem hat Barrick wie oben angesprochen schon sehr viel Geld in das Projekt investiert und hat sich so zunehmend committed.

Weiter sind die prognostizierten, wirtschaftlichen Daten von PL trotz der immensen Probleme immer noch so gut und lukrativ, dass Barrick das Projekt auch keinesfalls fallen lassen will. So ist es vielleicht etwas besser verständlich, dass Barrick gegen vermeintlich alle Widerstände - in Form von Menschen, Behörden oder der Natur - mit allen Mitteln versucht, das Projekt erfolgreich in Produktion zu bringen.

Ob Pascua-Lama jedoch wirklich 'too big to fail' ist, wird sich in den nächsten 12-36 Monaten herausstellen. Bis dahin bleibt es um die Story nicht nur wegen PL sehr spannend..

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
Quelle: http://www.rohstoffaktien.blogspot.de/

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