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Philharmoniker Depot

01.12.14 Die Folgen des Neins zur Gold-Initiative für den EUR/CHF

Die Schweizer haben sich mit großer Mehrheit gegen die Gold-Initiative ausgesprochen. Nun hat der Euro Gelegenheit, gegenüber dem Schweizer Franken aufzuwerten.„Goldknappheit!", „Der Goldpreis explodiert", „Die Schweizerische Nationalbank in goldenen Fesseln", „Ein Euro kostet nur noch einen Franken" - noch zu Beginn der letzten Woche gingen viele Marktbeobachter wohl davon aus, dass die Überschriften des heutigen Tages so oder so ähnlich lauten würden. Doch oftmals kommt es ja bekanntlich anders, als so manch einer denkt. In einem Volksentscheid lehnten die Schweizer gestern mit großer Mehrheit die sogenannte Gold-Initiative ab. Und so setzt der Goldpreis seine große Talfahrt weiter fort und der EUR/CHF-Kurs wird sich voraussichtlich wieder vom Druck der letzten Woche erholen.

Die Gold-Initiative setzte den Euro unter Druck

Noch Anfang Oktober schaffte es der Euro gegenüber dem Schweizer Franken über die im September noch als Widerstand geltende Marke bei 1,2120 CHF zu steigen. Grund für diesen Kurssprung war ein Interview des Chefs der Schweizerischen Nationalbank (SNB), das Gerüchte schürte, die SNB werde bei einem Kurs von 1,2050 intervenieren und mit dem Verkauf von Schweizer Franken den Mindestkurs im EUR/CHF von 1,20 Franken pro Euro verteidigen.

Mit dieser Rückendeckung der Nationalbank hielt sich der Kurs dann bis Anfang November auch über der 1,2050. Doch dann warf die Abstimmung über die Gold-Initiative ihre langen Schatten voraus und der Euro geriet zunehmend unter Abwertungsdruck bzw. der Franken unter Aufwertungsdruck, als Prognosen veröffentlicht wurden, die einen positiven Ausgang für die Gold-Initiative vorhersagten.

Die Devisenreserven der SNB belaufen sich auf knapp 400 Milliarden Euro

Die SNB intervenierte also am Devisenmarkt, um den Euro gegenüber dem Schweizer Franken zu stützen. Das ist an sich nichts neues, in der Vergangenheit kaufte die SNB schließlich schon des öfteren Devisen und verkaufte dafür die eigenen Währung, um so den vor drei Jahren eingeführten Mindestkurs zu verteidigen.

Demzufolge belaufen sich die Devisenreserven der Notenbankbilanz inzwischen auf rund 476 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet rund 396 Milliarden Euro. Damit machen die Devisenreserven 90,6% der Bilanzsumme der SNB aus. Im Vergleich zu Mitte 2008 vor der Finanzkrise entspricht das einem Anstieg um Faktor 6. Zusammen mit den Devisenreserven hat sich die Bilanzsumme in den letzten sechs Jahren etwa vervierfacht und liegt nun bei 525 Milliarden CHF.

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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