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10.12.15 Euro Krise - Weidmann sagt anziehende Preise vorher

in diesen tristen Tagen des Umbruchsjahrs 2015 vergeht kaum ein Tag, an dem es keine Äußerungen von hohen Vertretern der Notenbanken gibt. Gestern war es mal wieder soweit. Der Bundesbankpräsident, Dr. Jens Weidmann, äußerte sich in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Sehr expansive Geldpolitik

Und Herr Weidmann hatte für die deutschen Verbraucher keine wirklich guten Nachrichten parat. Die deutschen Verbraucher müssen sich Jens Weidmann zufolge auf wieder stärker steigende Preise einstellen. Herr Weidmann sagte weiter, dass trotz der Konjunkturerholung im Euro-Raum die Geldpolitik sehr expansiv sei. Als Folge davon werden die Verbraucherpreise wieder stärker steigen, wenn auch erst später als bislang erwartet, so das Fazit von Dr. Weidmann.

Kritik an der Draghi-EZB

Der Bundesbank-Chef bekräftigte weiter seine Kritik am Kurs der EZB unter der Leitung von Mario Draghi. Der EZB-Rat hatte ja am vergangenen Donnerstag beschlossen, die umstrittenen Anleihekäufe zu verlängern und den Einlagenzins für Banken weiter in den Negativbereich zu drücken. Zu diesen Maßnahmen sagte Herr Weidmann wörtlich:

"Unterm Strich halte ich die abermalige Lockerung nicht für notwendig."

Der Bundesbankpräsident sagte weiter, dass die hohe Liquidität nicht nur auf die Konsumentenpreise wirken würde, sondern auch zu Übertreibungen auf Vermögensmärkten beitragen könne. Hierr nannte er Aktien, Unternehmensanleihen oder Immobilien. Erstaunlich, dass er in dem Kontext vor Übertreibungen bei Immobilienpreisen in Großstädten warnte. Seit geraumer Zeit komme es zu starken Preissteigerungen von Immobilien in den Ballungszentren, die sich nicht allein mit einer guten Konjunkturlage, den gestiegenen Einkommen und der Demografie erklären lassen würde. Herr Weidmann betonte aber auch, dass die Bundesbank noch keine Risiken für die Finanzstabilität sehen würde und auch nicht von Blasen spreche. Die Käufe seien nicht mit einer überschwänglichen Kreditgewährung und hohen Risiken in den Bankbilanzen verbunden. Er ermahnte gleichzeitg die Euro-Staaten, trotz Flüchtlingskrise die Defizitvorgaben des Stabilitätspakts einzuhalten.

Ja, die Mahnung hört und liest sich gut. Am Ende wird es wohl daran liegen, dass es an einer gelebten Stabiltätskultur mangelt. Hier sei last but not least auf ein Zitat vom ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Prof. Helmut Schlesinger, verwiesen.

"Stabiles Geld braucht nicht nur eine stabilitätsorientierte Politik von Regierung und Notenbank. Sie braucht ein entsprechendes Verhalten der Wirtschaft, der Tarifpartner und der Konsumenten - gewissermaßen eine 'Stabilitätskultur' in Öffentlichkeit und Politik."

Prof. Schlesinger in der Börsen Zeitung am 1.2.1992

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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