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06.10.15 Eurokrise – Weidmann sieht keine Deflation

So, nun meldet sich in Sachen möglicher Ausweitung des Euro-QE-Programms auch noch Bundesbankpräsident Jens Weidmann zu Wort. Herr Weidmann gab ja erst neulich ein Interview im „Spiegel".

Weidmann sieht keine Deflation

Die niedrigen Teuerungsraten im Euro-Weidmann sieht keine DeflationRaum seien aus Sicht von Herrn Weidmann kein Anlass für eine weitergehende geldpolitische Lockerung. Herr Weidmann rät dazu, nicht in hektischen Aktionismus zu verfallen und jetzt Kurs zu halten Die Konjunkturindikatoren im Euroraum hätten zuletzt durchaus positive Signale gesendet, so Weidmann. So sei ein moderater Aufschwung und steigende Beschäftigung zu beobachten.Weidmann rechnet zwar damit, dass die Preise auch in den kommenden Monaten kaum steigen und die Inflationsrate vorübergehend sogar negativ werden könne. Auf mittlere Frist werde sich die Inflation aber wieder dem Zielwert von knapp unter zwei Prozent annähern.

Wörtlich sagte er:

„Von einer Deflation im Sinne einer destabilisierenden, sich selbst verstärkenden Abwärtsbewegung der Preise kann keine Rede sein"

Der Hauptgrund für die derzeit sehr niedrigen Inflationsraten sei Weidmann zufolge der gesunkene Ölpreis. Dessen Einfluss auf die Teuerungsrate werde aber nur vorübergehend sein. Durch den drastischen Verfall der Energiepreise hätten allein in Deutschland Verbraucher und Unternehmen fast 25 Milliarden Euro mehr in der Tasche, sagte der Bundesbankpräsident. Das sei schon ein ordentliches Konjunkturprogramm.

China im Fokus

Herr Weidmann äußerte sich auch in Sachen China. Trotz der zu beobachtenden wirtschaftlichen Abkühlung in China istWeidmann zuversichtlich, dass sich die konjunkturelle Erholung in Europa festigen werde. Bei China handele es sich vor allem um die Normalisierung hoher, vielleicht auch zu hoher Wachstumsraten, sagte er. Dies sei nicht unbedingt ein Einbruch, sondern eine Verlangsamung, die auch in anderen Schwellenländern zu beobachten sei.

Die Entwicklung in China sei Weidmann zufolge einer der Gründe für das Zögern der US-Notenbank Federal Reserve bei der Zinswende in den USA. Gerade Schwellenländer seien gut beraten gewesen, sich auf eine Zinswende und Kapitalabflüsse vorzubereiten. Zuvor hätten sie zudem von den Niedrigzinsen durch Kapitalzuflüsse profitiert, gab Weidmann zu bedenken.

Kritische Worte

Mit Blick auf die Entwicklung in Deutschland warnte Weidmann davor, durch schlechte Wirtschaftspolitik das Wachstum zu schwächen. Als Beispiel nannte er „eine Rentenpolitik, die dem Arbeitsmarkt Arbeitskräfte entziehen würde. In Europa sei die Krisenbewältigung nach Ansicht des Bundesbankpräsidenten noch nicht abgeschlossen. Die Eurostaaten dürfen auch den Weg zu soliden Staatsfinanzen nicht verlassen, so die Mahnung Weidmanns. mahnte Weidmann im Interview. So scheine Italien seine Haushaltskonsolidierung auf die lange Bank schieben zu wollen. Dies sei aber kein Einzelfall.

Wörtlich sagte er:

"Mich treibt die Sorglosigkeit um, mit der viele europäische Regierungen ihre Staatsdefizite behandeln und sich auf die Geldpolitik zu verlassen scheinen."

Last but not least äußerte er sich auch noch zur Flüchtlingskrise. Die hohe Zahl an Flüchtlingen in Europa sei nach Weidmanns Auffassung kein Grund für eine Aufweichung des Stabilitätspakts. In den meisten Ländern dürften sich die tatsächlichen Kosten in Grenzen halten. Herr Weidmann sieh hier eher das Problem, dass immer wieder nach Begründungen für einen Konsolidierungsaufschub gesucht werde.

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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