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02.12.14 Eurokrise – Italien verharrt weiter in der Rezession

Oh oh oh – am gestrigen Montag gab es aus dem Heimatland des Chefs der EZB, Mario Draghi, einmal mehr Nachrichten, die alles andere als beruhigend sind. Im Gegenteil, die Unruhe der geldpolitisch Verantwortlichen wird insofern sicher nicht geringer werden.

Italienische Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Reuters meldet, dass die italienische Wirtschaft noch stärker als bislang angenommen schrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Sommerquartal des Krisenjahres 2014 um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das teilte gestern das Statistikamt in Rom mit. Damit fällt das Minus stärker als bisher angenommen aus. Bislang war von einem Minus von „nur“ 0,4 Prozent die Rede.

Drei Jahre Rezession

Verglichen mit dem zweiten Quartal gab es Reuters zufolge einen Rückgang um 0,1 Prozent, womit die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder in die Rezession rutschte. Zwar zogen die Exporte an, doch stagnierten die Konsumausgaben und die Unternehmen investierten weniger. Also, die italienische Wirtschaftsleistung wird 2014 der EU-Kommission zufolge das dritte Jahr in Folge schrumpfen. Und zwar um 0,4 Prozent. Kein Wunder also, dass die Arbeitslosigkeit in dem großen Krisenland weiter auf Rekordniveau verharren wird. Der Druck auf die Regierung Renzi ist immens. Und auch der Druck aus Italien auf Mario Draghi dürfte extrem groß sein.

EZB-Ratssitzung am Donnerstag

Und da trifft es sich gut, dass die EZB am Donnerstag zu ihrer letzten Ratssitzung im Krisenjahr 2014 zusammenkommt. Und wie es der Zufall will, findet das Treffen ja in den neuen Räumlichkeiten im neuen EZB-Gebäude im Osten Frankfurts statt. Ob es aber in den neuen Räumen schon zu neuen Maßnahmen kommen wird, ist fraglich. Der Widerstand aus Deutschland ist insofern sicher nicht gering. Am Wochenende meldete sich ja Frau Lautenschläger, die deutsche EZB-Direktorin, zu Wort. Die Nachrichentagentur Reuters zitiert Frau Lautenschläger wie folgt:

"Nach jetziger Lage liegt für mich die Hürde für weitere Maßnahmen sehr hoch, zumal für großangelegte Kaufprogramme....

Die Abwägung von Kosten und Nutzen, von Chancen und Risiken eines Programms großangelegter Staatsanleihekäufe fällt für mich derzeit nicht positiv aus."

Erst jüngst war es ja Mario Draghi, der offen bekannte, alles tun zu wollen, um die Inflation, ja allen voran auch die Inflationserwartungen in der Eurozone nach oben zu treiben. Und zwar so schnell wie möglich. Der Vize-Chef der EZB, Herr Constancio, wagte sich insofern gar noch präziser aus der Deckung als Mario Draghi höchstpersönlich.

Noch im ersten Quartal werde Constancio zufolge vermutlich die Entscheidung darüber fallen. Gekauft würden dann Staatsanleihen nach den Anteilen der Euro-Länder am Grundkapital der EZB.

Kein Wunder also, dass auch die Volkswirte der Commerzbank Reuters zufolge die Prognose abgeben, dass im Gegensatz zur Fed die EZB ihre Geldpolitik 2015 weiter lockern werde. Sie werde folglich auf einer der ersten drei Sitzungen im Januar, März oder April beschließen, auf breiter Front Staatsanleihen zu kaufen.

Und Herr Draghi wird sich dem Druck aus den Krisenhauptstädten Europas beugen....

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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