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Philharmoniker Depot

13.12.13 Mario Draghi – Neue Geldspritzen sollen in der Realwirtschaft ankommen

Nach einigen Tagen Ruhepause war es gestern wieder so weit. Das Thema unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen der Geldpolitik der EZB war wieder ganz oben auf der agenda. Niemand anders als der Chef der EZB höchstpersönlich meldete sich in dem Kontext im Rahmen einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament in Straßburg zu Wort.

Billiges Notenbankgeld soll bei den Firmen ankommen

Tenor der Aussagen des Italieners war gestern, dass die EZB mögliche künftige Liquiditätsspritzen für das Finanzsystem so gestalten werde, dass möglichst viel Geld bei den Unternehmen ankommen und nicht bei den Banken hängenbleiben werde. Über genaue Details bestehe aber noch Unklarheit. Wortwörtlich sagte er laut Reuters:

"Darüber müssen wir tiefergehender nachdenken."

Aha, eigentlich unglaublich, oder? Bleibt abzuwarten, wie lange die Verantwortlichen in Frankfurt werden nachdenken müssen.

Offenbarungseid der EZB

Damit aber nicht genug. Signore Draghi legte gestern gleichzeitig einen Offenbarungseid über den Nutzen der bisherigen unkonventionellen Maßnahmen für die Realwirtschaft ab. Falls die EZB nochmals massiv Liquidität bereit stellen würde, dann müsste das so ausgestaltet werden, dass die Wahrscheinlichkeit steige, dass es zur Finanzierung der Realwirtschaft verwendet werde.

Damit bringt Draghi das Unvermögen, ja das Versagen der EZB im Hinblick auf den Effekt der Dicken Bertha für die Realwirtschaft auf den Punkt. Offenkundig konzediert der Chef der EZB, dass die Dicke Bertha zuvorderst für die Banken von Nutzen war. Aber nicht für die darbend-siechende Realwirtschaft in der krisengeplagten Euro-Zone.

Mißerfolg der Dicken Bertha

Wohl gemerkt, die EZB hatte den Banken in der Euro-Zone Ende 2011 und Anfang 2012 in zwei Tranchen zusammen eine Billion Euro für drei Jahre geliehen. Dieses Geld kam aber kaum oder gar nicht in der Realwirtschaft an. Die Banken parkten es entweder bei der EZB oder kauften damit Staatsanleihen, die in den Bankbilanzen ja nicht mit Eigenkapital unterlegt werden müssen.

Quantitativ Easing der EZB

Apropos tiefergehender nachdenken". Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau hat wohl auch tiefer nachgedacht, wie das die EZB noch tun könne, um die hartnäckige Wirtschaftskrise in der Euro-Zone zu bekämpfen. Her Folkerts-Landau erwartet jedenfalls für den Fall einer langwierigen Wirtschaftskrise in der Euro-Zone massive Wertpapierkäufe der EZB nach dem Vorbild der US-Notenbank. Wortwörtlich sagte er laut Reuters:

"Wenn das Wachstum unter zwei Prozent bleibt, dann wird es enormen Druck auf die EZB geben, Quantitative Easing (QE) zu betreiben."

Andere Maßnahmen, mit denen die EZB versuchen könnte, die schwache Konjunktur in der Euro-Zone zu beleben, dürften seiner Ansicht nach keine durchschlagende Wirkung entfalten. Das Fazit von Herrn Folkerts-Landau lautet:

"Am Ende wird die EZB wohl echtes 'Quantitativ Easing' betreiben müssen."

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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