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Philharmoniker Depot

04.12.15 Euro Krise – Draghi-EZB liefert weniger als erhofft

oh oh oh - der gestrige Handelstag stand ganz im Zeichen der Draghi-EZB und hatte es einmal mehr in sich. Ja, Mario Draghi lieferte. Er lieferte aber deutlich weniger als von den Akteuren an den Finanzmärkten erhofft.

Welche Maßnahmen wurden beschlossen?

Also, die Draghi-EZB will nun ihre monatlichen Käufe von rund 60 Milliarden Euro um ein halbes Jahr bis mindestens März 2017 verlängern. Damit erhöht sich der Gesamtumfang des Kaufvolumens um 360 Milliarden Euro.

Auch Anleihen von Kommunen und Regionen dürfen jetzt erworben werden. So könne die EZB mögliche Verknappungen in einzelnen Ländern abfedern - etwa bei deutschen Bundesanleihen. Die Banken im Euro-Raum müssen zugleich höhere Strafzinsen berappen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Zentralbank parken. Die EZB setzte den Einlagensatz auf minus 0,3 von bisher minus 0,2 Prozent. Den Leitzins bleibt weiter auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Interessant, dass die Beschlüsse des EZB-Rats Draghi zufolge nicht einstimmig gefällt worden seien. Herr Draghi sprach aber in dem Kontext von einer "sehr großen Mehrheit".

Weidmann in der Minderheit

Wie zu erwarten, war der Präsident der Deutschen Bundesbank, Dr. Jens Weidmann, gestern mit seinem Nein-Votum in der Minderheit. Er habe „eine weitere Lockerung nicht für notwendig gehalten", sagte Weidmann am Donnerstagabend in Frankfurt laut Redetext. Zwar lägen voraussichtlich die Preisentwicklung 2016 und wohl auch zum Teil 2017 unter der Norm für Preisstabilität. „Das sollte nicht leichtfertig zur Seite gewischt werden." Weidmann zufolge spielt der Energiepreisrückgang dabei eine dominante Rolle. Dazu kämmen die bereits ergriffenen umfangreichen geldpolitischen Schritte, „die auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein können".

Kommentar von Mario Draghi

Dagegen verteidigte Mario Draghi gestern die Maßnahmen. Wörtlich sagte er:

"Wir machen mehr, weil es wirkt."

Die EZB wolle sicherstellen, dass sich die Inflation im Währungsraum wieder der Marke von knapp zwei Prozent nähere. Ohne diese Maßnahmen wäre die Teuerung nächstes Jahr einen halben Punkt tiefer, so Draghi.

Dax bricht ein

Ja, an den Märkten wurde - wie schon betont - mehr erwartet. Die neuen Maßnahmen fielen bescheidener aus als erwartet. Der zentrale Punkt sei, dass die EZB die monatlichen Anleihekäufe nicht aufstocke, so Thomas Gitzel von der VP Bank. Und so kam es dann zu einem beachtlichen Einbruch am deutschen Aktienmarkt. Das Tageshoch lag gestern bei 11322 - am späten Abend wurd der deutsche Leitindex nur noch um 10.640 taxiert. Fast 700 Punkte vom Tageshoch zum Tagestief - das ist schon gewaltig!

Euro schnellt nach oben

Parallel dazu schnellte der Euro in Relation zum US-Dollar extrem nach oben. Das war schon gewaltig, wie es am Devisenmarkt zur Sache ging. Das Tagestief lag gestern bei Euro/US-Dollar bei 1,0520. Das Tageshoch lag am späten Abend bei knapp 1,10. Wahnsinn! Fast fünf Prozent Euro-Aufwertung innert weniger Stunden gibt es historisch betrachtet wirklich nur sehr, sehr selten.

Und last but not least, auch die Notierungen am deutschen Rentenmarkt gaben gestern stark nach. Zugegeben, von einem extrem hohen Niveau aus. Der Bund Future brach vom Hoch bei 158,64 bis in den Bereich um 155 massiv ein. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg um sage und schreibe 0,2 Prozent auf 0,66 Prozent.

In der Tat, der gestrige Tag war ein historischer Handelstag der Extreme!

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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