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30.12.13 Jahresausblick 2014 – Große Risiken für die Weltwirtschaft

von Mr N. N. ...In den Tagen zwischen den Jahren werden massenmedial ja neben den zahlreichen Jahresrückblicken oft auch Ausblicke auf das Neue Jahr gewagt. Und es kommt schon selten vor, dass es eher skeptisch gestimmte Auguren schaffen, mit ihren vorsichtigen Prognosen ernst genommen, geschweige denn publiziert zu werden.

Große Risiken für die Weltwirtschaft

Immerhin war es kein anderer als der Präsident des Kieler Instiuts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, der Wasser in den Optimismus-Wein goss. Herrn Snower zufolge bestehen für die internationale Konjunktur große Risiken. Das liege zum einen daran, dass die Geldpolitik extrem expansiv sei, so Snower gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zum anderen sei die Gefahr einer weiteren Finanzkrise nicht gebannt. Dies liege daran, dass die Anreize bei den systmrelevanten Finanzinstituten nicht geändert worden seien. In guten Zeiten würden die Gewinne selbst vereinnahmt, in schlechten würden sich die Verantwortlichen darauf verlassen, vom Staat, sprich Steuerzahler gerettet zu werden.

Problem der finanziellen Monokultur

Hoch interessant auch, dass Prof. Snower zufolge das Problem der finanziellen Monokultur nicht gelöst sei. Viele Finanzinstitutionen würden mehr oder weniger dasselbe machen. Die Fragilität des Systems habe nicht nur damit zu tun, dass Unternehmen too big to fail seien. Es gebe laut Snower auch Unternehmen, die too common to fail sind. Wenn jeder dasselbe mache, könne es einen Einbruch geben, wenn die Geschäfte nicht nachhaltig genug aufgestellt sind, so der IfW-Präsident.

Wenig nachhaltige und transparente Finanzpolitik

Aber die Risiken rühren nicht nur von den Finanzinstituten her. Weiter ist es Prof. Snower zufolge so, dass Europas Finanzpolitik zu wenig nachhaltig und transparent sei. Die EU vermittle zwar den Eindruck, sie habe das im Griff. Aber man wisse nicht genau, inwiefern ein Land den Fiskalpakt tatsächlich einhalten werde. Daher befürchtet Mr Snower, dass die Fiskalregel ohne grosse Konsequenz ignoriert werden könne. Problematisch sei auch das Fehlen einer Strukturpolitik, die Wachstum gewährleiste. Es gibt in Europa keinen Mechanismus, der automatisch zum Beispiel Bildung fördert, um ein hohes Wachstum zu erreichen. Dafür könnten EU- Strukturfonds und die Europäische Investitionsbank genutzt werden.

Große Risiken

Alles in allem seien die Risiken sehr hoch; weiter sei die Unsicherheit hoch. Der IfW-Präsident erwartet, dass die Wirtschaft in den entwickelten Ländern in den nächsten zwei Jahren viel langsamer wächst als vor der Krise und in den Schwellenländern mehr als doppelt so schnell. Aber das sei deutlich langsamer als in der Vergangenheit. Auch Deutschland dürfe sich nicht zurücklehnen: 1,25 oder 1,5 Prozent Wachstum seien für Deutschland nicht viel. Aber die Deutschen fühlen sich extrem gut, weil es Ihnen viel besser geht als anderen Ländern. Irgendwann werde die Öffentlichkeit aber merken, dass das Wachstum zu gering sei und die nächste Generation weniger Chancen haben werde. Damit werde man fertig werden müssen.

Fehlallokation durch Niedrigzinspolitik

Und Snower ging in dem Gespräch auch noch auf das Thema Niedrigzinspolitik durch die EZB ein. Die Niedrigzinspolitik führe dazu, dass Kapitalströme fehlgeleitet werden und Risiken steigen. Das könne als Begründung dafür genommen werden, weiter expansiv Geldpolitik zu betreiben. Einen Systemfehler sieht Snower darin, dass Länder sich mit hohen Schulden kurz- und mittelfristig einen unerschwinglichen Lebensstandard erlauben können. Und dann solle dieses Problem dadurch gelöst werden, indem Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit drossele, damit sich andere erholen können. Das sei Snower zufolge nicht plausibel. Besser wäre es, den Systemfehler anzugehen und transparente Insolvenzkriterien für Länder einzuführen. Ein Land, das bei Einhaltung seiner Fiskalregel pro Kopf nicht wachsen würde, sei seiner Meinung nach insolvent. Ihm könnte die EZB kein Geld borgen; es müsste seine Finanz- und Realwirtschaft restrukturieren.

Alles in allem bestehe dann doch die Gefahr, dass das System Prof. Snower zufolge wegen der hohen Schulden zusammenbrechen könne.

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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