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Philharmoniker Depot

11.12.13 Eurokrise – EZB-Direktor Coeure vorerst gegen weiteren Aktionismus

In diesen vorweihnachtlichen Tagen scheint ein wenig geldpolitische Ruhe einzukehren. Oder, anders formuliert, die EZB müht sich redlich, nach der Kakophonie und Hektik der Vorwochen nun zumindest den Ball etwas flacher halten zu wollen. Wir werden sehen, wie lang diese trügerische Schein-Ruhe am Ende anhalten wird. Gut möglich, dass schon in ein paar Tagen die vorweihnachtliche Ruhepause beendet sein wird.

EZB-Direktor Coeure sieht keinen weiteren Handlungsbedarf

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht laut EZB-Direktor Benoit Coeure nach der November- Zinssenkung keinen Bedarf mehr für weitere geldpolitische Maßnahmen. Vorerst. Der Inflationsausblick sei konsistent mit dem Zielwert der EZB. Deshalb sehe Monsieur Boeure keine Notwendigkeit für spektakuläre Schritte, etwa für großangelegte Wertpapierkäufe. Das waren einige der Kernaussagen des Franzosen am Montagabend beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW).

EZB in Alarmbereitschaft

Gleichzeitig betonte Coeure aber auch, dass die EZB in Alarmbereitschaft bleibe und bereit zum schnellen Handeln sein müsse. Für den Fall der Fälle stehe die EZB also Gewehr bei Fuss; eine solche akute Notwendigkeit zum Handeln gebe es aber aktuell nicht. Im Gegenteil, Coeure führte weiter an, dass bei einem etwaigen Anziehen der Teuerungsrate die EZB nicht davor zurückschrecken werde, die Zinsen wieder anzuheben. Dies gelte natürlich auch für den Fall, dass Inflationserwartungen unerwartet stark anziehen würden.

Angeblich keine Deflationsgefahr

Herr Coeure betonte weiter, dass aktuell keine Deflationsgefahr bestehen würde. Wir hätten noch nicht einmal die erste Stufe von Deflation in der Euro-Zone gesehen, so Coeure. Zuletzt hätten Umfragen ergeben, dass die Wirtschaftsakteure in der Währungsunion auf mittlere Sicht mit einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent rechnen würden. Laut Coeure würden auch die Ökonomen der EZB erwarten, dass die Inflationsrate im Jahr 2015 wieder im Bereich der Zielmarke der EZB sich einpendeln würde. Dieser liegt ja bekanntlich im Bereich um zwei Prozent.

Plädoyer für zweckgebundene Geldspritzen

Interessant auch, dass Monsieur Coeure klar machte, dass die EZB im Falle einer neuen Dicken Bertha" diese Neuauflage nur zweckgebunden abschießen" wird. Die Dicke Bertha aus dem Jahr 2011 bzw. 2012 kam ja nicht wirklich in der Realwirtschaft an. Sollte es also noch einmal zu einer solchen Maßnahme kommen, müssen sichergestellt werden, dass diese Gelder auch zweckgebunden den Weg in die Realwirtschaft finden würden. Das Geld müsse in der Wirtschaft ankommen.

Letztlich bleibt aber fraglich, ob im Jahr 2014 die EZB tatsächlich eine neue Dicke Bertha" zweckgebunden für die Realwirtschaft in der Euro-Zone abschießen werden wird. Und gleichzeitig stellt sich auch die Frage, ob die Marktteilnehmer in der Realwirtschaft das ihnen dann nachgeworfene super-billige" Geld auch annehmen" werden.

Man kann die Pferde zwar zur Tränke führen, aber sie zum saufen" zu zwingen wird selbst die EZB nicht schaffen.

Vielleicht wollen die Pferde schlicht und einfach nicht saufen"...

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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