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Philharmoniker Depot

17.12.15 FED-Zinsanhebung: Kann ein historischer Moment langweilig sein?

Für ein Drittel aller Wall Street Banker war gestern ein historischer Tag in ihrem Leben. Denn die US-Notenbank hat etwas getan, dass sie schon seit bald einer Dekade nicht mehr getan hat: sie hat den Leitzinssatz ANGEHOBEN. Nur um 25 Basispunkte zwar und es ist nicht davon auszugehen, dass jetzt eine aggressive Reihe an Zinssenkungen folgt, aber immerhin, man hat geliefert. Mehr aber auch nicht...

Quelle: pixabay

FED liefert: Ende der Nullzinsen

Nachdem die halbe Welt nun seit Monaten darauf gewartet hat, blieb der US-Notenbank FED ja nun nichts anderes übrig, als endlich den lang erwarteten Zinsschritt zu gehen.

Um 25 Basispunkte wurde der Leitzinssatz angehoben. Das dürfte wohl kaum nennenswerte Auswirkungen auf die Realwirtschaft in den USA haben.

Vielmehr ist der Zinsschritt symbolischer Natur. Hiermit drückt die FED ein großes Vertrauen in die US-Wirtschaft aus.

Allerdings dann doch kein blindes Vertrauen, dafür ist der Zinsschritt eben nicht stark genug. Denn das US-Wirtschaftswachstum ist bei aller Liebe eben doch nur ziemlich durchwachsen. Vor allem wenn man dazu die hohen Erwartungen in Relation setzt, die sich in den Bewertungen der US-Unternehmen an der Börse abzeichnen. Und vor allem wenn man den eher trüben globalen Ausblick betrachtet.

Und so verwundert es nicht, dass die FED in ihrem Ausblick für das kommende Jahr dann eben doch sehr verhalten bleibt. „Vorsichtig", werde man die Entwicklung des Preisniveaus weiter verfolgen wollen, gab die FED dann folglich in ihrem Communique zu Protokoll.

FED-Zinsanhebungsreihe: gemächlich geht es weiter

Entsprechend will man auch im kommenden nichts überstürzen. Momentan gehen die FED-Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss in ihren Prognosen davon aus, dass der US-Leitzinssatz bis Ende des kommenden Jahres bei 1,25 bis 1,5% liegen werde. Das würde bedeuten, dass im kommenden Jahr 4 weitere Zinsanhebungen um jeweils 25 Basispunkte stattfinden würden.

Verglichen mit früheren Zinsanhebungsreihen (lang sind sie her) kann man das nur als überaus gemächlich bezeichnen.

Kein Wunder, dass auch sonst überall eher Gemächlichkeit herrschte. Zwar konnten die US-Indizes gestern, in Erleichterung darüber, dass die FED einfach das getan hat, was die Wall Street erwartet hatte, um über 1% zulegen, aber echte Euphorie oder auch echte Angst sieht komplett anders aus.

Und noch ein weiterer Chart zeigt uns, wie gemütlich es sich die Marktteilnehmer jetzt gemacht haben:

Goldpreis im gestrigen Handelsverlauf 16.12.2015

Quelle: kitco.com

Wie Sie sehen, hat sich auch der Goldpreis gestern sehr gemächlich entwickelt. Hat sogar etwas zugelegt. Dabei sollte man doch eigentlich bei steigendem Zinsniveau ein nachlassendes Interesse an der Anlagealternative Sicherer Hafen vermuten.

Aber eben...in der US-Wirtschaft ist längst nicht alles eitel Sonnenschein. Das weiß auch die FED, was sie, meiner Meinung nach, gestern mit ihrem vorsichtigen Ausblick auch kund getan hat.

Bei einem vorsichtigen Ausblick schadet es jedoch nichts, auch ein bisschen echte Absicherung in Form von Gold in petto zu halten. N'est-ce pas?! ;-)

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Quelle: http://archiv.investor-verlag.de

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